Praxisorientierte Modellanwendung zur Sanierungsplanung im Abstrom der Abproduktenhalde Terpe (Brandenburg) als Garant für einen nachhaltigen Sanierungserfolg

Sebastian Leschik1, Rolf Luding1, Karsten Handro2
1 Bereich Umwelt, CDM Smith Consult GmbH
2 Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH

O 5.2 in Organische Schadstoffe im Grundwasser

23.03.2018, 10:00-10:15, 3

Die Verbringung von Teerschlämmen, Teer-Kohle- und Teer-Asche-Mischungen des ehem. Gas­kombinates Schwarze Pumpe auf die Abproduktenhalde Terpe (APH Terpe) nahe Spremberg (Brandenburg) verursachte im schwebenden Grundwasser­leiter im Abstrom der APH Terpe starke Belast­ungen durch BTEX und Alkylphenole. Die Sanierung der APH Terpe ein­schließ­lich einer Oberflächen­ab­dichtung wurde Ende 2007 abge­schlossen. Seit 1998 erfolgt die hydraulische Sicher­ung und Sanierung des kontaminierten Grundwassers. Die Fortführung der San­ier­ungs­­­konzeption für den Standort sieht eine zeitnahe Ablösung der hydraulischen Sicher­ung durch kostengünstigere Varianten vor. In diesem Zusammen­­hang wurde ergänzend zu einem regionalen GW-Modell (PCGEOFIM) ein GW-Strömungs- und Schadstoff­transportmodell mit der Modellierungs­soft­ware FEFLOW für den schwe­ben­den Grundwasserleiter als Detail­modell erstellt. Das Modellgebiet ist in 3 hydrogeologische Schichten ungesättigte Zone, oberer sGWL und unterer sGWL aus mehrheitlich sandigen und kiesigen Sedimenten unterteilt. Das Schadstoff­transport­modell berücksichtigt die Schadstoffe Benzol, Phenol sowie Sauerstoff als Elektronen­­­akzeptor und Steuergröße für aerobe oder anaerobe Abbaubedingungen. Mit Hilfe des Detailmodells wurden nach Betrachtung unterschiedlicher Szenarien wichtige Grundlagen für die weitere Sanierungsplanung und -optimierung bereit­gestellt. Im laufenden Betrieb der hydraulischen Sicherung erfolgten die Optimierung der Pumpraten mehrerer Förderbrunnen sowie die Prüfung der Einbind­ung weiterer vorhandener GW-Messstellen als Förderbrunnen. Mit dem Detailmodell wurden die Ergebnisse eines durchgeführten ENA-Pilotversuchs überprüft und für die Auslegung eines Feldversuchs genutzt. Zur Fortführung der Sanierung wurden 4 unterschiedliche Dichtwandvarianten betrachtet. Letztendlich wurde eine Vorzugsvariante für die weitere Sanier­ung erarbeitet, die eine Dichtwand als Komplettumschluss mit einem Druckausgleichsbauwerk in Kombination mit nun verkürzten P+T-Maßnahmen in 2 Sanierungszonen vorsieht. Über das De­tail­modell konnten Laufzeiten für die hydraulischen Maßnahmen abge­leitet werden und eine Prognose für die Einhaltung der Sanierungszielwerte gegeben werden. Vor allem durch die Identifizierung von nicht zielführenden Sanierungsvarianten konnte ein wichtiger Beitrag zu einem nachhaltigen Sanierungserfolg geleistet werden. Die Anwendungen des Detail­modells zeigen beispielhaft, wie eine praxis­bezogene Modellier­ung für eine ziel­gerichtete Entscheidungsfindung eingesetzt werden kann.



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