Grundwasservulnerabilität gegenüber Klimawandel in der Sahelzone am Beispiel Salamat (Tschad)

Stefan Broda1, Rabea Muhrez2, Michaela Rückl1, Matthias Heckmann1, Jörg Reichling1
1 Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe
2 TU Bergakademie Freiberg

P 11.3 in Beiträge zur Hydrogeologie Südamerikas und Afrikas

Grundwasser ist die wichtigste Trinkwasserressource in der Sahelzone mit wachsender Bedeutung auch für den Bewässerungsanbau. Wenngleich die IPCC Klimaszenarien ein widersprüchliches Bild der zukünftigen Niederschläge in der Sahelregion zeichnen, so steht außer Frage, dass gerade die semi-ariden Gebiete der Sahelzone sehr anfällig gegenüber auch geringen Klimaschwankungen sind.

Um der zunehmenden Bedeutung des Grundwassers in Zeiten des Klimawandels Rechnung zu tragen, ist eine Abschätzung der Vulnerabilität des Grundwassers gegenüber den Einflüssen des Klimawandels notwendig. Die wichtigsten Einflussgrößen auf die Grundwasserressourcen sind Grundwasserneubildung, Aquifereigenschaften und Entnahmeraten. Grundwasserneubildung ist direkt gekoppelt an Änderungen des Niederschlags und ist damit der ausschlaggebende Parameter, um Veränderungen in der Nachlieferung zu quantifizieren. Die Sensitivität eines Aquifers gegenüber äußeren Einflüssen wird durch Aquifereigenschaften wie z.B. Ergiebigkeit oder spezifische Ergiebigkeit abgeschätzt. Landnutzungs- und Vegetationswandel, aber auch eine zunehmende Nutzung der Aquifere sind zusätzliche anthropogene Stressfaktoren, die zu einer weiteren Verknappung der Ressource führen können.

Im Rahmen eines Projekts der technischen Zusammenarbeit unterstützt die Bundesanstalt für Geowissenschaften (BGR) die Tschadseebeckenkommission, ein Zusammenschluss der Anrainerstaaten des Tschadseebeckens, in Fragen der Grundwasserbewirtschaftung. Am Beispiel des Pilotgebiets Salamat im Südosten des Tschads werden verschiedene Punktebewertungsverfahren zur Abschätzung der Grundwasservulnerabilität gegenüber dem Klimawandel verglichen. Während die Grundwasserneubildung als wichtigster Faktor die Ergebnisse dominiert, können die Auswahl der Parameter und deren Gewichtung zu unterschiedlichen Einschätzungen der Vulnerabilität führen. Die Sensitivität der Ergebnisse auf die Gewichtung der Parameter wird ebenso diskutiert wie die Plausibilität der erzielten Ergebnisse anhand von Auswertungen historischer Niederschlagsreihen und Grundwasserstandsinformationen.