Gütebewertung eines hydrogeologischen Modells für ein tiefes Grundwassersystem am Beispiel des überdeckten Sandsteinkeupers in Mittelfranken

Bernd Hanauer1
1 HG Büro für Hydrogeologie und Umwelt GmbH

O 14.2 in Güte und Bewertung von Grundwassermodellen

22.03.2018, 16:00-16:15, 2

Am Beispiel des regionalen Grundwassermodells für den Sandsteinkeuper im südlichen Mittelfranken wird die Anwendbarkeit des vom Arbeitskreis erarbeiteten Bewertungsschemas für ein hydrogeologisches Modell (HGM) dargestellt. Unter Berücksichtigung der Problemrelevanz werden an diesem konkreten Beispiel die Daten- und Aussagequalität des Hydrogeologischen a priori-Wissens sowie die Datenlage zu Schichtgeometrie und –verbreitung, geohydraulischen Parametern, Messwerten und Versuchsdaten, hydraulischen Randbedingungen und Quellen und Senken nachvollziehbar bewertet. Dies erfolgt mittels einer entsprechenden Excel-Tabelle, wobei in der resultierende HGM-Bewertung zwischen dem Modellgebiet (global) und dem Aussagegebiet (lokal) unterschieden wird.

Das Modellgebiet ist nach regionalhydrogeologischen Kriterien abgegrenzt und etwa 11.000 km² groß. Aufgrund der hydrogeologischen Gegebenheiten und der Aufgabenstellung (Ermittlung des gewinnbaren GwDargebotes für die regionale TwVersorgung vor dem Hintergrund fallender GwStände) sind das Aussagegebiet und die Erkundungs- und Messdaten auf das nordwestliche Drittel des Modellgebietes konzentriert. Die Anfangsbedingungen können aufgrund fehlender Messungen nur abgeschätzt werden.

Die resultierende Gesamtgüte des HGM drückt sich für das Modellgebiet und für das Aussagegebiet dementsprechend in unterschiedlichen Prozentangaben aus. Auf dieser Grundlage wird dargestellt, welche Schlussfolgerungen sich aus diesem Resultat hinsichtlich der Einstufung des Grundwassermodells als Prinzip-, Planungs- oder Bewirtschaftungsmodell im Sinne des DVGW-Arbeitsblattes W 107 „Aufbau und Anwendung numerischer Grundwassermodelle in Wassergewinnungsgebieten“ ergeben.

Anhand dieses Beispiels für den überdeckten Sandsteinkeuper in Mittelfranken wird, unter Berücksichtigung der Problemrelevanz und des Relevanzgewichtes, objektiv nachvollzogen, wie die Modellgüte von der Datenlage abhängt. Ausgehend von diesem Resultat wird dargestellt, ob und wie die Güte des HGM durch die Veränderung der Datenlage verbessert werden kann, bzw. welche objektiven Grenzen diesbezüglich bestehen.



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