Neue Ansätze zur Verlängerung der Standzeiten von Dränagen

Frank Reichel1, Markus Meyer1
1 Emschergenossenschaft

O 6.4 in Grundwasserhochstände – Prozesse, Risiken, Planungshilfen

23.03.2018, 16:30-16:45, 3

Im Rahmen der gesetzlich festgelegten Aufgaben bewirtschaftet die Emschergenossenschaft nahezu alle Themen des wasserwirtschaftlichen Kreislaufs im Emschergebiet. Darin inbegriffen findet sich auch der Umgang mit steigenden Grundwasserständen, der häufig in Zusammenhang mit der Abdichtung schadhafter Mischwasserkanäle steht. Mit Hilfe von Grundwasserströmungsmodellen wurde abgeschätzt, dass im Emschergebiet aufgrund von Grundwasseranstiegen infolge der Abdichtung der Kanalisationen auf einer Gesamtfläche von ca. 134 km² das Risiko von Bauwerksschäden, insbesondere von Kellervernässungen, besteht. Zentral im öffentlichen Raum verlegte, vollgefüllte Dränagen sollen die zukünftig erwarteten Grundwasseranstiege kompensieren und zur Reduzierung des Fremdwassers in den Kanalnetzen beitragen. Der Bau von Grundwasserfassungsanlagen erfolgt im Emschergebiet unter geotechnisch schwierigen Randbedingungen. Zum einen liegen die Dränagen häufig in filtertechnisch schwierigen Böden mit höheren Feinkornanteilen. Zum anderen besteht aufgrund der hydrochemischen Situation (Eisen-, Mangan- und Carbonat-Fällungen) die Gefahr, dass die Grundwasserfassungsanlagen, frühzeitig altern.

Die Fassungsanlagen werden in der Regel in den öffentlichen Straßen verlegt und stellen einen massiven Eingriff in die kommunale Infrastruktur dar. Deshalb sind lange Standzeiten der Anlagen eine Grundvoraussetzung für eine nachhaltige und wirtschaftliche Grundwasserbewirtschaftung. An Planung und Bau der Systeme sind demnach sehr hohe Qualitätsanforderungen zu stellen.

Hinsichtlich Bau, Betrieb und Instandhaltung vollgefüllter Dränagesysteme fehlen bisher fundierte Langzeit-Erfahrungen. Derzeit ist unklar, ob lange Standzeiten erzielt werden können und welcher Betriebs- und Instandhaltungsaufwand hierzu erforderlich ist. Mit Förderung des Landes NRW und in Kooperation mit der Technischen Hochschule Georg Agricola, Bochum arbeitet die Emschergenossenschaft an dem Forschungsvorhaben „Untersuchungen zu Standzeit und Regenerierfähigkeit vollgefüllter Dränagesysteme“. Ziel des Forschungsvorhabens ist es, wissenschaftlich fundierte Bemessungs- und Instandhaltungskriterien für die in filtertechnisch schwierigen Böden geplanten, vollgefüllten horizontalen Fassungsanlagen zu erarbeiten, die zu Systemen mit einer möglichst langen Standzeit führen. Darüber hinaus soll geprüft werden, ob und inwiefern sich technische Entwicklungs- und Regenerierungsmaßnahmen standzeitverlängernd auswirken und welche Bemessungskriterien eine optimale technische Entwicklungs- und Regenerierfähigkeit während des Betriebes ermöglichen.

Im Rahmen des Vortrags werden das Forschungsvorhaben und die bereits vorliegenden Ergebnisse vorgestellt.



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