Charakterisierung von bindigen Lockersedimenten als Dichtmaterial im Untergrund

Fiona Heiser1, Steve Kohl1, Nadine Schmidt1, Elisabeth Simon1, Diana Burghardt1, Thomas Reimann1
1 TU Dresden, Institut für Grundwasserwirtschaft

O 19.2 in Forum Junge Hydrogeologen

21.03.2018, 12:45-13:00, 3

Bindige Lockersedimente werden als Dichtmaterial für eine Vielzahl von Aufgabenstellungen in den Untergrund eingebracht. Zum Beispiel werden Tone in Verbindung mit Schlitzwänden für die Gründung von Bauwerken oder zur Sicherung von Altlasten und Deponien verwendet. Ebenso werden Tone als Dichtmaterial bei der Konstruktion von Dammbauwerken eingesetzt. Eine innovative Anwendung sind tiefgreifende unterirdische Dichtwände, welche im regionalen Maßstab im Zusammenhang mit der Grundwasserbewirtschaftung im Bereich des aktiven Tagebaus verwendet werden.

Für die einleitend dargestellten Anwendungen sind die spezifischen Eigenschaften der verwendeten Tone von besonderer Bedeutung, vor allem (1) das Dispersionsverhalten, d. h. die potentielle Mobilität der Teilchen, welche im Zusammenhang mit möglichen Erosionsprozessen von Interesse ist sowie (2) der Einfluss chemischer Prozesse, welcher besonders im Hinblick auf die Langzeitstabilität von Bedeutung ist.

Dieser Beitrag fokussiert auf die zuvor erwähnten, tiefen unterirdischen Dichtwände, welche im Lausitzer Braunkohlerevier eingesetzt werden, um den Grundwasserzustrom in den aktiven Tagebau zu minimieren. Der dazu verwendete Friedländer Blauton ist ein natürliches Lockersediment, welches im großtechnischen Maßstab zum Einsatz kommt. Zunächst werden die grundsätzlichen physikalisch-chemischen Prozesse analysiert, welche einen potentiellen Einfluss auf die Funktionalität einer aus Friedländer Blauton errichteten Dichtwand haben. Anschließend wird mit einem gezielt ausgewählten Spektrum an laborativen Untersuchungsmethoden der Friedländer Blauton näher charakterisiert. Mit den Ergebnissen lässt sich das Verhalten des Friedländer Blautons im Untergrund sowie die resultierende Dichtwirkung differenziert beschreiben. Darüber hinaus ist es möglich, das methodische Vorgehen auch auf andere Fragestellungen zu übertragen.



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