Ergebnisse von Markierungsversuchen am Grinberg, Tuxertal, Österreich

Rafael Schäffer1, Ingo Sass
1 FG Angewandte Geothermie, TU Darmstadt

P 8.8 in Karstgrundwasserleiter – Neue Entwicklungen und Methoden in Charakterisierung und Modellierung dualer Fließsysteme

Im Marmor der Hochstegen-Formation existieren unterhalb der Grindbergspitze (2.867 m ü.A.) mehrere Schwinden, in denen der Grinbergbach je nach Abflussverhältnissen teilweise oder vollständig versickert. Erstmals wurden Markierungsversuche in diesem Gebiet durchgeführt. Es wurde jeweils ein Markierungsversuch bei hohem und geringem Abfluss durchgeführt. Als Markierungsmittel wurde Uranin verwendet. Im Abstrom wurden etwa 25 Messstellen an Quellen und Oberflächengewässern überwacht. Zum Einsatz kamen Feldphotometer, automatische Probenehmer und Aktivkohlesäckchen. Es zeigte sich, dass eine hydraulische Verbindung zu Karstquellen in der Tuxbachklamm, etwa 2 km entfernt und 630 m tiefer gelegen, existiert. Diese Fließstrecke wurde je nach Abflussregime in mehreren Stunden bis wenigen Tagen zurückgelegt. Durch die Geländebeobachtungen wird deutlich, dass das Einzugsgebiet der Karstquellen weit größer als das Einzugsgebiet der Schwinden auf der Grinbergalm ist. Die Versuchsergebnisse verbessern die Kenntnisse der lokalen Verkarstung und dienen verschiedenen Zwecken. Erstens, zur Beurteilung der Eignung der stark schüttenden Tuxbachquellen (bis ca. 0,5 m³/s) zur Trinkwasserversorgung. Zweitens, zur Risikoabschätzung eines im selben Gebiet im Bau befindlichen Überleitungstunnels zur Stromgewinnung aus Wasserkraft. Drittens, zur Abschätzung der Eignung der Hochstegen-Formation zu geothermalen Zwecken.