Potentielle Auswirkungen von Extremwetter-Ereignissen auf Wassergewinnungsanlagen

Till Rubbert1, Steffen Bender2
1 Bieske und Partner Beratende Ingenieure GmbH
2 Climate Service Center Germany (GERICS)

O 16.3 in Drinking water and water supply

23.03.2018, 12:00-12:15, 1

Die Wasserversorgungsunternehmen in Deutschland sind verantwortlich für die Bereitstellung von Trinkwasser in der erforderlichen Menge und Qualität. Während im Normalbetrieb versorgungsrelevante Einschränkungen hinsichtlich Quantität oder Qualität kaum auftreten, ist die Gewährleistung der Versorgungssicherheit in Extremsituationen oder im Krisenfall eine keinesfalls triviale Aufgabenstellung. Der DIN definiert mit den Normen DIN EN 15975-1 und -2 einen Handlungsrahmen im Sinne der Sicherheit der Trinkwasserversorgung, sowohl zum Risikomanagement im Normalbetrieb (DIN EN 15975-2) als auch zu Organisation und Management im Krisenfall (DIN EN 15975-1). Zu den relevanten Szenarien zählen potentiell auch Extremwetterereignisse, die vielfältige, in der Regel nachteilige Auswirkungen auf die technischen und betrieblichen Aspekte der Trinkwasserversorgung haben können. Mögliche Extremwetterereignisse mit einzelfallspezifischen, potentiellen Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit sind Dauer- und Starkregenereignisse sowie hieraus resultierende Überflutungs- und Hochwasserszenarien einerseits und überdurchschnittlich lang andauernde Trocken- und Hitzeperioden mit Auswirkungen auf Oberflächenwasser- und/oder oberflächennahe Grundwasserstände andererseits.

Flächen und Waldbrände, die in Folge von extremen Hitze- und Trockenwetterperioden entstehen können, sowie Sturmereignisse können die Versorgungssicherheit gefährden. Gleiches gilt unter bestimmten Rahmenbedingungen auch für ausgeprägte Kälte- und Frostperioden, potentiell verbunden mit extremem Schneefall.

Zur Definition von Extremwetterereignissen existieren vielfältige Varianten und Interpretationen. Generell lässt sich ein Extremwetterereignis als „außerordentliches“ Ereignis charakterisieren, welches von langjährigen Durchschnittswerten in extremem Maße abweicht und in seiner Form eine stark begrenzte Ereignishäufigkeit aufweist.

Der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) befasst sich mit möglichen Extremwetterszenarien, ihren potentiellen Auswirkungen auf Trinkwassergewinnungsanlagen und denkbaren Gegenmaßnahmen sowie vorbeugenden Strategien. Hierdurch soll einerseits das Bewusstsein auf Versorgerseite bezüglich möglicher Risiken geschärft werden, andererseits sollen die Ergebnisse dabei unterstützen, die Vulnerabilität von Anlagen zu bewerten sowie mit geeigneten Maßnahmen zu minimieren und somit einen Beitrag zur Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit auch unter dem Einfluss extremer Wetterereignisse leisten.

Der vorliegende Beitrag stellt das Vorhaben und den Stand der Bearbeitung vor, erläutert die bestehenden Risiken und die identifizierten risikominierenden Gegenmaßnahmen.



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