Harmonisierte hydrogeologische Flächeninformationen für die Sahel-Zone: Ableitung der Aquiferproduktivität aus lithologischen Karten und Pumpversuchen

Stefan Broda1, Michaela Rückl1, Matthias Heckmann1, Jörg Reichling1
1 Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe

O 11.1 in Hydrogeology of South America and Africa

23.03.2018, 09:45-10:00, 1

Bevölkerungswachstum und Klimawandel sind zunehmende Stressfaktoren für die Wasserressourcen in der Sahel-Zone, in der Grundwasser immer stärker für die Trinkwasserversorgung und Bewässerung genutzt wird. Managementkonzepte für dessen nachhaltigen Gebrauch fehlen jedoch oftmals oder entsprechen nicht den Erfordernissen.

In Projekten der technischen Zusammenarbeit unterstützt die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) daher u.a. die zwischenstaatlichen Organisationen der Tschadseebecken- und Nigerbeckenkommission, welche die Mandate für ein überregionales Grundwassermanagement in den Regionen innehaben.

Für die Entwicklung der Managementstrategien sind verlässliche hydrogeologische Flächeninformationen unabdingbar. Daher wurde ein Prozess zur Harmonisierung von geologischen Karten und der Auswertung von Bohrlochinformationen entwickelt, um länderübergreifende, homogenisierte Flächeninformationen als Grundlage zur weiteren hydrogeologischen Auswertung, wie bspw. Aquiferproduktivität, für verschiedene Pilotregionen zu erstellen.

Die lithologischen Einheiten der Karten wurden basierend auf dem Aggregationsschema der lithologischen Legende der Internationalen Hydrogeologischen Karte von Europa (Duscher, et al., 2015) harmonisiert. Für die Erstellung einer Übersichtskarte der Aquiferproduktivität wurden verfügbare Messwerte von Parametern aus Pumpversuchen klassifiziert (Transmissivität, spezifische Ergiebigkeit, Ergiebigkeit) und entsprechenden Kategorien (Struckmeier, et al., 1995) zugewiesen. Aus der Kombination von diesen flächenhaft und punktuell vorliegenden Informationen konnte die Produktivität des obersten Aquifers abgeleitet werden. In Zusammenarbeit mit lokalen Hydrogeologen wurden die Ergebnisse validiert.

Der entwickelte Prozess ermöglicht die schrittweise Übertragung auf weitere Gebiete der beiden über 1,000,000 km² großen Einzugsgebiete.

Die erstellten hydrogeologischen Karten bilden dann die Basis für mögliche weitere Auswertungen, wie der Abschätzung der Vulnerabilität des Grundwassers gegenüber dem Klimawandel oder gegenüber Verschmutzung. Aber auch für die Identifizierung potentieller Gebiete für künstliche Grundwasseranreicherung (Managed Aquifer Recharge) stellen sie eine essentielle Grundlageninformation dar.



Duscher, K., Günther, A., Richts, A.,6) Clos, P., Philipp, U., Struckmeier, W. (2015). The GIS layers of the “International Hydrogeological Map of Europe 1:1,500,000” in a vector format, Hydrogeology Journal 23(8), DOI 10.1007/s10040-015-1296-4.

Struckmeier, W. F. & Margat, J. (1995): Hydrogeological Maps - A Guide and a Standard Legend. – International Association of Hydrogeologists (IAH), Int. Contrib. to Hydrogeol. 17: 177 p.; Heise, Hannover.



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