Hydrogeologie des semiariden südwesten Madagaskars und ihre Bedeutung für ein nachhaltiges Landmanagement

Andreas Englert1, Linda Dworak1, Katja Brinkmann2, Susanne Kobbe3, Andreas Bürkert2
1 Ruhr-Universität Bochum
2 Universität Kassel
3 Universität Hamburg

O 11.3 in Hydrogeology of South America and Africa

23.03.2018, 10:15-10:30, 1

Der Erhalt des Ökosystems und seiner Biodiversität im Mahafaly Gebiet und die gleichzeitig nachhaltige Verbesserung der Lebensverhältnisse der Bevölkerung sind eng gekoppelt an genaue Kenntnisse der im Südwesten Madagaskars vorhandenen und in Zukunft zur Verfügung stehenden Wasserreserven. Da im Untersuchungsgebiet Oberflächengewässer fast ausschließlich in der Regenzeit vorkommen, spielt die genaue Kenntnis der Grundwasserreserven und ihrer Dynamik eine entscheidende Rolle für das Überleben der Bevölkerung. Um das Grundwasservorkommen im Untersuchungsgebiet abschätzen und damit Basisinformationen für die Entwicklung von Maßnahmen und Handlungsempfehlungen im Bereich des Wassermanagements liefern zu können (z.B. Wasserversorgung in den Dörfern, landwirtschaftlich Bewässerung, etc.), wurden seit 2014 für das Fona Projekt SULAMA (SUstainable LAnd MAnagement) hydrogeologischen Untersuchungen in der Region vorgenommen.

Ergebnisse der hydrogeologischen Untersuchungen zeigen eine sehr heterogene Verteilung der Wasserreserven im Südwesten Madagaskars. Generell können aber vier hydrogeologische Einheiten unterschieden werden: Das gering durchlässige kristalline Basement, der hoch durchlässige Karst des Mahafaly Plateaus, der intermediär durchlässige Paläokanal von Itomboina und der intermediär durchlässige Grundwasserleiter der Küstenregion. Die regionale Grundwasserströmung bewegt sich radialsymetrisch vom südlichen Zentrum Madagaskars hin zu den Küstengebieten und schließlich in den Mozambique Kanal. Grundwasserstände sind meist oberflächennah im kristallinen Basement. Im Bereich des Plateaus sind die Grundwasserstände des Karstgrundwasserleiters 50 m bis 150 m unter der Oberfläche. Häufig, aber nur lokal sind hier schwebende Grundwasserleiter ausgebildet die sich oberflächennah, oberhalb des Karstgrundwasserleiters befinden. Im Palöokanal von Itomboina fällt der Grundwasserstand Richtung Westen ab und ist nur in der Gegend um Maoarivo oberflächennah. Im küstennahen Bereich sind durchweg oberflächennahe Grundwasserstände ausgebildet.

Grundwassergewinnung im küstennahen Bereich hat zu Salzwasserintrusionen geführt, welche die aktuelle Grundwasserqualität beeinträchtigen. Um für die Zukunft eine nachhaltige Nutzung des küstennahen Grundwasserleitersystems zu etablieren, sind zu den hier durchgeführten Voruntersuchungen weiterführende hydrogeologische Untersuchungen und Modellierungen zu empfehlen. Auf dem Mahafaly Plateau wurde die Dynamik des schwebenden Grundwasserleiter am Ort Andremba numerisch modelliert. Erste Szenarienmodelle zeigen hier durchaus Entwicklungsmöglichkeiten für eine landwirtschaftliche Nutzung des Grundwassers zumindest während der Regenzeit. Die Szenarien-Modellierungen Andremba sind vielversprechend auch für andere Ortschaften die Grundwasserentnahme im Rahmen einer nachhaltigen Landnutzung optimieren zu können.



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