Methan-Hintergrundwerte im Grundwasser Niedersachsens

Johanna Oest1, Jörg Elbracht1, Stefan Schlömer2, Christian Illing2, Martin Blumenberg2
1 Hydrogeologie, Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie
2 Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe

O 18.9 in Applied Hydrogeology - case studies from the federal geological surveys

23.03.2018, 12:15-12:30, 2

Auf Grund aktueller wirtschaftlicher und technischer Entwicklungen werden die Potenziale des tieferen Untergrundes immer intensiver betrachtet. Neue Entwicklungen, z.B. in der Erdgas-Förderung, werden vor dem Hintergrund der Auswirkungen auf das Grund- und Trinkwasser diskutiert. Als sachliche Grundlage für eine politische und gesellschaftliche Diskussion sind geowissenschaftliche Basisdaten, z.B. zu geogenen Hintergrundwerten gasförmiger Wasserinhaltsstoffe, notwendig.

Im Rahmen des Verbundvorhabens zwischen der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) und dem Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG), in enger Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), werden geogene Hintergrundwerte für Methan im Grundwasser von Niedersachsen ermittelt. Darüber hinaus sollen Kenntnisse über die Quellen und Senken der gelösten Gase erlangt werden. Diese Studie ist einzigartig für Deutschland, da bislang noch keine flächendeckenden Hintergrundwerte für im Grundwasser gelöste Gase in Deutschland erhoben wurden.

In den Jahren 2014 bis 2016 wurden mehr als 1300 Grundwassermessstellen des Gütemessnetzes durch den NLWKN beprobt. Neben der Messung der Absolutgehalte von Methan, Ethan und Propan wurden Gas-Isotopenanalysen durchgeführt. Die Isotopenzusammensetzung als auch der geringe Anteil höherer Kohlenwasserstoffe lassen auf einen biogenen Ursprung des Methans schließen. Hohe Methankonzentrationen treten insbesondere in den Marschen und Niederungen mit hohem Anteil organischer Substanz in den Sedimenten und großflächig verbreiteten Mooren auf. Diese Grundwässer zeichnen sich vorwiegend durch geringe Gehalte an Sauerstoff, Nitrat und Sulfat sowie erhöhte Gehalte an Ammonium und gelösten organischen Kohlenstoff aus. Es wurde kein Zusammenhang zwischen erhöhten Konzentrationen an gelösten Kohlenwasserstoffen im oberflächennahen Grundwasser und tiefliegenden Erdgaslagerstätten festgestellt.



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