Wechselseitige Datenoptimierung zwischen dem Geologischen Dienst und Wasserversorgern - Neue Wege zu digitalen hydrogeologischen Modellen in Schleswig-Holstein

Klaas Stoepker1, Bernd König1
1 Geologischer Dienst, Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein

O 18.3 in Applied Hydrogeology - case studies from the federal geological surveys

23.03.2018, 10:15-10:30, 2

Der Geologische Dienst (GD) erfasst und bewertet hydrogeologische Daten zur Ermittlung der Grundwasserverhältnisse, v. a. in den zur Wasserversorgung genutzten Grundwasserleitern. Hierzu liegen analoge und digitale Informationen in unterschiedlicher Aktualität und Qualität vor.

Zurzeit werden durch die Wasserversorger (WV) auf der Basis dieser heterogenen Daten Untersuchungen bis hin zu Grundwassermodellierungen durchgeführt. Ein Rückfluss neu erhobener Daten zum GD und ihre zeitnahe Berücksichtigung ist nicht immer gewährleistet. Zur wechselseitigen Datenoptimierung zwischen den WV und dem GD soll zukünftig eine standardisierte Vorgehensweise bei der Aufbereitung, Haltung und Bereitstellung von Fachdaten beitragen. Im Vordergrund steht dabei, dass extern bearbeitete Daten und Modelle in einen Datenpool des GD zurückfließen und für zukünftige Projekte als verbesserte Datengrundlage wieder zur Verfügung stehen. Diese Zusammenarbeit soll den Einsatz hydrogeologischer Modelle z. B. bei Bewilligungsverfahren oder im Ressourcenmanagement erleichtern und eine stärkere Beteiligung der WV bei der Ausweisung von Wasserschutzgebieten stützen. 

Im Rahmen des Konzeptes werden besondere für die Auflösung in der Fläche, in der Tiefe, die Methodik, die Datenformate und die zu verwendende Software Festlegungen getroffen:

  • Landesweit wird eine Auflösung in der Fläche von 100 m festgelegt. Hierzu wird ein Basisraster in einem definierten geodätischen System und mit einer entsprechenden äquidistanten Zellweite definiert. Für abweichende Maßstäbe sind äquidistante Raster mit anderen Zellweiten zu verwenden, die aber immer deckungsgleich mit dem Basisraster sein müssen. Das Basisraster bildet z. B. die Grundlage für hydrogeologische Modelle, Gleichenpläne oder Grundwassermodelle, kann aber auch als Vorgabe für die Auflösung bei der Selektion von Bohrungsdaten genutzt werden.
      • Die Auflösung in der Tiefe beruht weitgehend auf der hydrostratigrafischen Gliederung nach Manhenke et. al. (2001). Eine entsprechende hydrostratigrafische Tabelle liegt für Schleswig-Holstein vor.

      • Für die hydrogeologischen Einheiten wird jeweils die Tiefenlage der Basis im Basisraster erstellt und dann zu einem 3D-Modell zusammengefügt. Anschließend wird die jeweilige Mächtigkeit und Tiefenlage der Oberkante im Basisraster berechnet. Bei Oberflächengewässern werden die Gewässerverläufe aus amtlichen Kartenwerken verwendet und die Höhen werden durch Verschneidung mit einem DGM ermittelt. Die Daten zum hydraulischen Radius werden ebenfalls im Basisraster bereitgestellt.

        • Alle Daten sind in softwareunabhängigen, aber gängigen Formaten zu erstellen, damit sie einem größeren Nutzerkreis zu Verfügung stehen.
        • Für die Erstellung und Visualisierung wird die Open Source-Software iMOD verwendet (www.deltares.nl/en/software/imod). Für die Nutzung fallen keine Lizenzgebühren an. Dies kommt auch anderen potenziellen Nutzern wie Wasserbehörden, Kommunen, Ingenieurbüros oder Hochschulen zugute.


        Manhenke, V., E. Reutter, M. Hübschmann, A. Limberg, M. Lückstädt, B. Nommensen, A. Peters, W. Schlimm, R. Taugs & H.-J. Voigt (2001): Hydrostratigrafische Gliederung des nord- und mitteldeutschen känozoischen Lockergesteinsgebietes.- Z. angew. Geol., 47: 146-152; Hannover (BGR).



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