Analyse und Bewertung der hydraulischen, hydrochemischen und geomechanischen Grundlagen eines Grubenwasseranstiegs in untertägigen Steinkohlenbergwerken

Sebastian Westermann1
1 Forschungszentrum Nachbergbau, Technische Hochschule Georg Agricola

O 19.1 in Young Hydrogeologists forum

21.03.2018, 12:30-12:45, 3

Im Jahr 2018 endet der subventionierte Steinkohlenbergbau in der Bundesrepublik Deutschland. Damit wird auch ein jahrzehntelanger Stilllegungsprozess beendet, der schon für vielfältige Aufgaben sorgte. Im besonderen Fokus stehen ab 2019 die sogenannten Ewigkeitsaufgaben, zu denen im Wesentlichen die langfristige und umweltverträgliche Grubenwasserhaltung an Ruhr, Saar und in Ibbenbüren zählt.

Ein kontrollierter Anstieg des Grubenwasserstandes ist ein komplexer Vorgang, der mit Risiken für die Umwelt und für die Sicherheit der Tagesoberfläche, aber auch mit Chancen verbunden sein kann. Diese werden im Folgenden vorgestellt.

Der räumlich-zeitliche Verlauf des Grubenwasseranstiegs hängt maßgeblich von den geologischen und hydrogeologischen Eigenschaften der Lagerstätte und des Deckgebirges sowie deren Veränderungen durch den bergbaulichen Prozess ab. Im europäischen Raum sind in der Vergangenheit zahlreiche Steinkohlenreviere stillgelegt worden, so dass bereits vielfältige revierspezifische Erfahrungen mit Grubenwasseranstiegen vorliegen.

Im Rahmen des Forschungsvorhabens erfolgt eine systematische Gesamtbetrachtung einer Vielzahl von abgeschlossenen und laufenden Grubenwasseranstiegsprozessen. Im Fokus der Betrachtung steht die Analyse des räumlich-zeitlichen Verlaufs des Grubenwasseranstiegs und der hiermit verbundenen Aus- und Wechselwirkungen auf die quantitative und qualitative Veränderung des abzuleitenden Grubenwassers, auf die prozessbedingten Bodenbewegungen sowie auf die oberflächennahen Gas-Migrationen.

Anhand der Gesamtbetrachtung sollen die mit einem Grubenwasseranstieg verbundenen, allgemeingültigen Wirkungszusammenhängen identifiziert, die lokal gültigen Besonderheiten separiert und auf andere Steinkohlenreviere, in denen Grubenwasseranstiege bevorstehen, übertragen werden. Dies gilt insbesondere für das Ruhrrevier, für den saarländischen Steinkohlenbergbau und für das Bergwerk Ibbenbüren.

Ziel ist es, aus den bisherigen Erfahrungen ein vertieftes Verständnis über alle relevanten Prozesse, die einem Grubenwasseranstieg zugrunde liegen, zu erlangen. Aus zurückliegenden Grubenwasseranstiegen sollen Rückschlüsse gezogen werden, die als Grundlage für die Optimierung der Prognosen und der Monitoringmaßnahmen hinsichtlich der potenziellen Einwirkungen auf die Umwelt dienen.



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