Praxiserprobte Erkundungsstrategie bei großflächigen Grundwasserbelastungen in Kluftgrundwasserleitern

Katharina Berens1, Michael Altenbockum1
1 Altenbockum & Partner, Geologen

O 5.1 in Organic pollutants in groundwater

23.03.2018, 09:45-10:00, 3

Grundwasserschadensfälle in Kluftgrundwasserleitern stellen die Bearbeiter immer wieder vor Herausforderungen. Die Frage nach der Art des Schadstofftransports innerhalb des Kluftsystems und der Matrix des Grundwasserleiters ist eine dieser Herausforderungen. So sind bei jedem Schadensfall standortspezifisch insbesondere die geologischen und hydrogeologischen Bedingungen zu erkunden. Zur Erkundung von Kluftgrundwasserleitern steht dem Bearbeiter eine Vielzahl von mehr oder weniger etablierten Untersuchungsmethoden zur Verfügung. Jedoch steht zu Beginn vieler Maßnahmen die Errichtung eines umfangreichen Grundwassermessstellennetzes ohne ausreichende Vorerkundung im Bearbeitungsablauf an erster Stelle. Nur mit ausreichenden Vorkenntnisse Gegebenheiten ist die Errichtung eines Grundwassermessstellennetzes, welches die Eigenschaften des Aquifers realistisch widerspiegelt, realisierbar.

Eine Antwort auf die Frage, welche die richtigen Untersuchungsmethoden sind, gibt es nicht. Die Antwort kann stets nur im Kontext des speziellen Untersuchungsgebietes unter Berücksichtigung der chemisch-physikalischen Eigenschaften des jeweiligen Schadstoffes gefunden werden.

So hat es sich bewährt, vor Festlegung einer konkreten Erkundungsstrategie die Erkundungsziele unter Berücksichtigung spezifischer Standortrahmenbedingungen (z.B. Topographie) klar zu formulieren. So ist ein innerstädtischer Schaden sicher anders zu erkunden, als ein Schaden auf freien Flächen. Es hat sich gezeigt, dass ein zu frühes Festlegen auf ganz bestimmte Untersuchungsmethoden dem Fortschritt und Erkenntniszugewinn im Projektablauf im Wege steht. Vielmehr ist ein iteratives Vorgehen unter ständiger Berücksichtigung aller Ergebnisse bis dahin durchgeführter Erkundungen anzustreben. Folgend werden Beispiele eines iterativen Vorgehens vorgestellt.

Bei Ersterem handelt es sich um einen mehr als 20 Jahre alten Schadensfall. Über die Jahre hat sich umfangreiches Datenmaterial angesammelt. Ein belastbares Bild der anhaltenden Schadstoffausbreitung konnten jedoch nicht gegeben werden. Die Untersuchungen beschränkten sich hier auf die klassische Strategie des Grundwassermessstellenbaus mit anschließender Durchführung von Leistungspumpversuchen und einem langjährigen Grundwassermonitoring. Hier wurde nach Auswertung des vorliegenden Datenmaterials eine neue Erkundungsstrategie beginnend mit einer geologischen Kartierung und Überprüfung des Grundwassermessstellennetzes etabliert. So konnte aus der Vielzahl von Grundwassermessstellen ein repräsentatives Grundwassermessstellennetz festgelegt werden.

Bei einem weiteren Beispiel handelt es sich um einen mehrere hundert Hektar umfassenden Standort. Aufgrund der Größe des Untersuchungsgebietes und der geologischen Strukturen, ist die Errichtung eines repräsentativen Grundwassermessstellennetzes ohne vorlaufende Erkundungen kaum realisierbar. Hier standen zunächst die geologische Kartierung sowie eine Kontaktaufnahme zu Wissensträgern am Beginn der Arbeiten.



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