Ergebnisse des Monitorings von großen geothermischen Anlagen im Vergleich zur Planung

Sven Rumohr1
1 Dezernat Hydrogeologie, Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

O 4.2 in Geothermal use of groundwater - consequences, quality control, new techniques

22.03.2018, 11:45-12:00, 2

Die fachbehördliche Begleitung von Genehmigungsverfahren für geothermische Anlagen sowie anschließender Monitoringprogramme zeigt, dass geothermische Anlagen häufig anders betrieben werden als sie geplant, beantragt oder genehmigt wurden. Folgende Sachverhalte sind festzustellen:

Ein großer Kühlbedarf besteht nahezu ausschließlich bei gewerblich oder öffentlich genutzten Gebäuden. Der reale Wärme- und Kühlbedarf weicht regelmäßig von Planung, Antrag und Zulassung ab. Der Kühlbedarf wird regelmäßig unterschätzt, der Heizbedarf eher überschätzt.

Nur durch ein thermisches Monitoring kann die Behörde sicherstellen, dass die Auswirkungen eines Anlagenbetriebs im erwarteten bzw. genehmigten Rahmen liegen.

Bisher wird ein thermisches Monitoring zu selten gefordert. Wenn die Behörde ein Monitoring fordert, muss sie die vorgelegten Daten auch auswerten. Monitoringprogramme werden sehr unterschiedlich durchgeführt – eine Vereinheitlichung erscheint sinnvoll.

Sinnvoll erscheint, nicht nur ein Monitoring zu fordern, sondern auch eine betreiberseitige Aus- und Bewertung der erhobenen Daten im Hinblick auf die Zulassung (z. B. Temperaturgrenzen).

Das thermische Monitoring ist fehleranfällig: Sensoren (Temperatur, Durchfluss) bzw. Wärmemengenzähler fallen nach bisherigen Erfahrungen immer wieder aus.



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