Erfahrungen bei Vorbereitung und Durchführung von Bergwerksflutungen am Beispiel der Uranerzgrube Ronneburg

Michael Paul1, Delf Baacke1
1 Wismut GmbH

O 2.4 in Mine water

22.03.2018, 12:15-12:30, 3

Die Stilllegung und Verwahrung von fünf ehemaligen Tiefbaugruben  stellt eine der zentralen Aufgaben im Zuge der Sanierung der Hinterlassenschaften des sächsisch-thüringischen Uranbergbaus dar. Dabei bildet die möglichst vollständige, gesteuerte Flutung der Grubengebäude den regulären Abschluss der untertägigen Verwahrarbeiten. Da das flutungsbedingte Wiederaufgehen des über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten großräumig abgesenkten Grundwasserspiegels mit einer Reihe von potentiell nachteiligen Umweltauswirkungen  verbunden ist, steht deren Vermeidung bzw. Minderung im Mittelpunkt der entsprechenden Genehmigungsverfahren bzw. der flutungsbegleitenden Überwachungs- und Maßnahmeprogramme.

Im ehemaligen Ronneburger Erzfeld wurde die Flutung des ca. 20 Mio. m³ bergmännischen Hohlraum umfassenden Grubengebäudes 1998 nach mehrjährigem Genehmigungsverfahren eingeleitet. Die Maßnahme war eingebettet in eine komplexe Standortsanierungsstrategie mit Haldenrückbau, Tagebauverfüllung und Flächensanierung. Aufgrund der gegebenen Komplexität wurde der Einstau in einem mehrstufigen Verfahren mit entsprechenden berg-, wasser- und strahlenschutzrechtlichen Teilzulassungen vollzogen. Von 2000 bis 2004 erfolgte die Errichtung der grundlegenden Infrastruktur zur Fassung und Behandlung der mit Radionukliden, Metallen und Sulfat belasteten und damit behandlungsbedürftigen Grubenwässer. Zwischen 2006 und 2011 wurden das Grundsystem zur Wasserfassung sowie alle technischen Einrichtungen zur Wasserableitung, ‑zuführung und ‑behandlung einem langjährigen Praxistest unterzogen. Im Ergebnis machten sich diverse technische Nachrüstungen und flutungsstrategische Anpassungen notwendig.

Der Beitrag stellt den 25jährigen Erkenntnisprozess der Vorbereitung und Durchführung einer komplexen Grubenflutung in den Mittelpunkt. Die Vorhersagegenauigkeit von Modellprognosen wird vor dem Hintergrund der Ergebnisse der Flutungsüberwachung ebenso diskutiert wie Fragen von Risikomanagement und öffentlicher Rezeption des Flutungsprozesses. Hinsichtlich der technischen Einrichtungen wird der Schwerpunkt auf Auslegung und konstruktive Besonderheiten gelegt. Mit Blick auf das strategische Vorgehen werden zudem die Perspektiven für das langfristige Grubenwassermanagement am Standort Ronneburg beleuchtet.



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