Die Stadt Leipzig

Leipzig Skyline
Leipziger Skyline © Michael Bader, Leipzig Travel

Leipzig ist mit 584.775 Einwohnern die größte Stadt im Freistaat Sachsen und Deutschlands zehntgrößte Stadt. Für Mitteldeutschland ist sie ein historisches Zentrum der Wirtschaft, des Handels und Verkehrs, der Kultur, Bildung und Wissenschaft sowie für die „Kreativszene“.

Leipzigs Tradition als bedeutender Messestandort in Mitteleuropa mit einer der ältesten Messen der Welt geht auf das Jahr 1190 zurück und war eng mit der langjährigen Rolle Leipzigs als internationales Zentrum des Pelzhandels verknüpft. In Leipzig befinden sich eine der ältesten Universitäten (gegründet im Jahr 1409) sowie die ältesten Hochschulen sowohl für Handel als auch für Musik in Deutschland. Leipzig verfügt über eine große musikalische Tradition, die vor allem auf das Wirken von Johann Sebastian Bach und Felix Mendelssohn Bartholdy zurückgeht und sich heute unter anderem auf die Bedeutung des Gewandhausorchesters und des Thomanerchors stützt.

UofLeipzig Augustusplatz
Universität Leipzig

Im Zuge der Montagsdemonstrationen 1989, die einen entscheidenden Impuls für die Wende in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) gaben, wurde Leipzig als Heldenstadt bezeichnet. Die informelle Auszeichnung für den so mutigen wie friedlichen Einsatz vieler Leipziger Bürger im Umfeld der Leipziger Nikolaikirche prägte den Ruf der Stadt nach der Wende und wird beim Stadtmarketing unter dem Motto „Leipziger Freiheit“ aufgegriffen. Darüber hinaus ist Leipzig für seinen Reichtum an aufwändig sanierten bzw. rekonstruierten Kulturdenkmalen und städtischen Kanälen, den artenreichen Zoo sowie das durch Rekultivierung ehemaliger Braunkohletagebaue entstehende Leipziger Neuseenland bekannt.

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Wandgemälde (Ausschnitt) von Michael Fischer-Art, © Andreas Schmidt, Leipzig Travel

Bildungseinrichtungen wie u. a. die Universität Leipzig und die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur machen Leipzig zu einen der beliebesten Standorte Deutschlands für Studenten. Neben dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ kommen zahlreiche weitere Forschungseinrichtungen wie z.B. iDiv, Bio City Leipzig, die Institute der Max-Planck-Gesellschaft, und der Fraunhofer Gesellschaft sowie die Leibniz Institute hinzu.

Die Stadt liegt inmitten des Leipziger Gewässerknotens, einem ehemaligen Binnendelta, das z. B. durch die Anlage von Mühlgräben und Hochwasserschutzanlagen häufig umgestaltet wurde. In den 1950er Jahren wurden der Pleißemühlgraben und ein Teil des Elstermühlgrabens – im Mittelalter für den Betrieb von Mühlen teilweise künstlich angelegte Nebenarme der beiden Flüsse Pleiße und Weiße Elster – wegen der Verschmutzung durch Industrieabwässer aus der Braunkohleverarbeitung südlich von Leipzig verrohrt oder verfüllt, so dass Leipzig seinen Charakter als Flussstadt teilweise verlor. Die Einleitung der hochgiftigen Abwässer hatte dazu geführt, dass die Flüsse biologisch tot waren. Seit dem weitgehenden Ende der gewässerverschmutzenden Industrie zu Beginn der 1990er Jahre werden beide Flussläufe nach und nach wieder freigelegt. Heute verlaufen rund 141 Kilometer ständig wasserführende Fließgewässer innerhalb der Stadtfläche, hinzu kommen nur temporär wasserführende Bäche und Gräben.

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Plagwitz Buntgarnwerke, © Andreas Schmidt, Leipzig Travel

Entlang der Flüsse zieht sich ein ausgedehntes Auwaldgebiet in Nord-Süd-Richtung durch die Stadt, das im mittleren Bereich zum Teil in Parks umgestaltet wurde. Der Auwald bildet eine klimatisch, ökologisch und für die Erholungsversorgung relevante Grünverbindung vom Leipziger Umland bis in die Kernstadt und hat trotz des jahrhundertelangen unmittelbaren anthropogenen Einflusses eine selten gewordene Flora und Fauna bewahrt. Die enge Verknüpfung zwischen Auwald und städtischer Bebauung ist ein Alleinstellungsmerkmal Leipzigs in Europa.

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Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ

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Leipziger Floßgraben im Auwald, foto: Martin Geisler (CC BY-SA 3.0)

Als internationales Kompetenzzentrum für Umweltwissenschaften untersucht das UFZ Wechselwirkungen zwischen Mensch und Natur unter dem Einfluss des globalen Wandels. Die Forschungsarbeiten konzentrieren sich auf die terrestrische Umwelt– auf dicht besiedelte städtische und industrielle Ballungsräume, auf Agrarlandschaften sowie naturnahe Landschaften. Sie befassen sich mit Fragen künftiger Landnutzung, der Erhaltung von biologischer Vielfalt und von Ökosystemdienstleistungen, dem nachhaltigen Management von Boden- und Wasserressourcen und der Wirkung von Chemikalien auf Mensch und Umwelt – von der Ebene einzelner Zellen und Organismen bis auf die regionale Skala.

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UFZ Standort Leipzig, © Sebastian Wiedling, UFZ

In sechs Themenbereichen befassen sie sich mit Wasserressourcen, Ökosystemen der Zukunft, Umwelt- und Biotechnologien, Chemikalien in der Umwelt, Modellierung und sozialwissenschaftlichen Fragestellungen. Das UFZ beschäftigt an den Standorten Leipzig, Halle und Magdeburg circa 1.100 Mitarbeitende. Es wird vom Bund sowie von Sachsen und Sachsen-Anhalt finanziert.

Das Ziel ist es, Wege für einen nachhaltigen Umgang mit den natürlichen Lebensgrundlagen zum Wohle von Mensch und Umwelt aufzuzeigen.

Thema: Grundwasser
© André Künzelmann, UFZ

Die 65 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Themenbereichs „Wasserressourcen und Umwelt“ beobachten, analysieren und modellieren den Wasserkreislauf in seinen unterschiedlichen Kompartimenten. Sie wollen zum einen das Wasserdargebot in ausgewählten Einzugsgebieten quantitativ erfassen. Zum anderen wollen sie untersuchen, welche Stoffe aus natürlichen und anthropogenen Quellen auf welchen Pfaden in den Wasserkreislauf gelangen, wie sie entlang der Fließ- und Transportpfade umgesetzt werden und welche Prozesse dominant und für die Wasserqualität und für den ökologischen Zustand entscheidend sind. Sie wollen außerdem die Funktionen aquatischer und terrestrischer Ökosysteme für den Wasser- und Stoffhaushalt und die Sicherung der biologischen Vielfalt qualitativ und quantitativ so erfassen, dass sie über eine reine Zustandsbeschreibung hinaus gehen.

Direct-Push-Technologie
Direct-Push-Technologie, © André Künzelmann, UFZ

 

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Dieser Artikel basiert teilweise auf den Artikeln Leipzig und Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

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Hochwasser im Auwald, © André Künzelmann, UFZ

Quellen der verwendeten Bilder: Leipzig Travel, pixabay, UFZ und Wikipedia.