Grundwassermonitoringkonzept der Berliner Wasserbetriebe

Lisa-Maija Paul1, Sarah Zapf1, Patricia Schinke1
1 Berliner Wasserbetriebe

6.8 in Hydrogeologie in der Praxis

Die Berliner Wasserbetriebe (BWB) erarbeiten aktuell ein Konzept zum Monitoring des Grundwassers

in den Einzugsgebieten der Berliner Wasserwerke für die Sicherung der Rohwassermenge- und güte.

Die BWB betreiben derzeit ca. 650 Tiefbrunnen in neun Wasserwerken (acht in Berlin und eines im

Land Brandenburg) und fördern rund 210 Mio. m³ Trinkwasser pro Jahr. Die meisten Brunnengalerien

der BWB sind entlang der Flüsse und Seen angeordnet.

Die BWB versorgen die wachsende Stadt Berlin (aktuell 3,7 Mio. Einwohner) und Teile des Umlandes,

zu 100% aus Grundwasser (60% Uferfiltrat, 10% Grundwasseranreicherung, 30% natürliche Neubildung).

Die Aufbereitung des Rohwassers zu Trinkwasser erfolgt ausschließlich mit naturnahen Verfahren.

Um den Zustand der Grundwasserressource in Menge und Güte beurteilen zu können, betreiben die

Berliner Wasserbetriebe seit 1870 Jahren ein Grundwassermonitoring, bestehend aus Wasserstandserfassung

und Analyse der Grundwasserqualität. Das Messnetz sowie die Analysenparameter und –

häufigkeit wurden jeweils zielstellungsbezogen für den Einzelfall festgelegt (Altlasten, ehemalige

Rieselfeldern, Arzneimittelrückstände, geogener Fokus etc.).

Aktuell (2018) gehören 2951 Grundwassermessstellen (GWM) den BWB, davon befinden sich 1240

GWM im aktiven Messnetz.

An ca. 407 Grundwassermessstellen wurden im Jahr 2018 ca. 1250 Gütebeprobungen durchgeführt,

1.070 Grundwassermessstellen werden für die Ermittlung des GW-Standes (1048 davon durch Datenfernübertragung)

genutzt. Für das Grundwassermonitoringkonzept wurden ausgewertet:

die Anzahl der GWM pro Brunnen, Galerie- und Wasserwerkseinzugsgebiet, nach Fördermenge der

Brunnengalerien sowie je Grundwasserleiterkomplex. Hierbei liegt der Fokus auf dem Ausbau, wie

z.B. den Angaben zu Filterlängen, Endteufen und Ausbaumaterial der GWM. Damit soll der Aufwand

für die zukünftigen Instandhaltungen und den notwendigen Rückbau abgeleitet werden - alles auch

im Kontext von Bereichen mit besonderem Gefährdungspotenzial (geogener Versalzung).

Ziel des Grundwassermonitoringkonzeptes ist es, auf der Basis bisher gewonnener Daten und technischer

Regeln (z.B. DVGW), Grundsätze für das Grundwassermonitoring der BWB zu definieren. Diese

werden es erlauben, den Bedarf an Investitionen, Personal und Betriebskosten für das Grundwassermonitoring

für die Zukunft abzuleiten, standortübergreifend Prioritäten festzulegen und Planungssicherheit

für die beteiligten Bereiche herzustellen. Schließlich soll das Konzept für Transparenz

gegenüber anderen Bereichen innerhalb der BWB sowie der zuständigen Umweltverwaltungsorganen.

Anzahl der BWB GWM nach GWLK
Anzahl der BWB GWM nach GWLK