Charakterisierung der Nitratbelastung des Grundwassers in Bayern - räumliche Muster, zeitliche Entwicklung und Nitratabbaukapazität

Andrea Spirkaneder1, Stefan Peiffer1, Hopp Luisa1
1 Hydrologie, BayCEER, Universität Bayreuth

1.10 in Wasserqualität in Grundwasser und Flusseinzugsgebieten

Der Nitrateintrag aus Düngemitteln ist eine der Hauptquellen für die Wasserverschmutzung in Europa. Insbesondere in Gebieten, in denen Grundwasser als Trinkwasserressource genutzt wird, ist das Überschreiten des EU-Grundwasser-Grenzwertes von 50 mg / l für Nitrat problematisch. Natürliche Nitratabbau-Prozesse wie die Denitrifikation können die Nitratkonzentrationen im Grundwasser senken, jedoch nur unter günstigen Bedingungen wie niedrigen Sauerstoffkonzentrationen und dem Vorhandensein von Elektronendonoren. Ziel dieser Studie war es, räumliche Muster und die zeitliche Entwicklung der Nitratbelastung an Grundwasserüberwachungs-Standorten in Bayern zu analysieren. Außerdem wurden die Bedingungen für den Nitratabbau durch Denitrifikation bewertet. Wir haben Grundwasserchemiedaten für den Zeitraum 2007-2017 von 604 Messstellen des Bayerischen Landesamtes für Umwelt analysiert. Dieses Messnetz umfasst Grundwasserüberwachungsbrunnen, hauptsächlich in den obersten Grundwasserleitern, und natürliche Quellen, sowie Brunnen von Trinkwasserversorgern. Die Nitratkonzentrationen in Bayern sind räumlich sehr variabel: An 8,5% der untersuchten Standorte lag die mittlere Nitratkonzentration über dem Grenzwert von 50 mg / l Nitrat. Insbesondere die Landkreise Niederbayern, Mittelfranken und Unterfranken wiesen einen höheren Anteil an belasteten Standorten auf. In Bezug auf die statistische Trendanalyse wies die Mehrzahl der Messstellen (78,5%) keinen signifikanten zeitlichen Trend für die untersuchte Periode auf. 16,4% aller Standorte wiesen einen signifikanten Rückgang auf, während 5,1% signifikant steigende Konzentrationen aufwiesen. An 135 Stellen konnten günstige Bedingungen für den Nitratabbau durch Denitrifikation identifiziert werden. Insgesamt sind die Nitratkonzentrationen an vielen Standorten in Bayern im Zeitraum 2007-2017 recht stabil geblieben, was auf nur langsame Fortschritte bei der Verbesserung der Grundwasserqualität hinweist. Obwohl einige Standorte mit günstigen Bedingungen für die Nitratentfernung identifiziert werden konnten, weisen die meisten Grundwasserleiter oxidierende Bedingungen auf und bieten daher keine Bedingungen für natürliche Prozesse der Nitratentfernung.



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