Hydraulische Anbindung der Flächen der IAA Culmitzsch und ihres Umfeldes an die Vorflut – Ermittlung der hydrologischen und hydraulischen Bemessungsgrundlagen

Andreas Dr. Schroeter1, Marco Tichatschke2
1 IHU Gesellschaft für Ingenieur-, Hydro- und Umweltgeologie mbH
2 IHU GmbH

6.1 in Hydrogeologie in der Praxis

Mit der Sanierung der industriellen Absetzeranlage (IAA) Culmitzsch werden die morphologischen Verhältnisse in den Einzugsgebieten der Vorfluter des Fuchsbachs und der Culmitzsch bzw. des Pöltschbachs verändert. Die Planung der Oberflächenentwässerung bzw. Vorflutanbindung erfolgen unter der Maßgabe, nachteilige Beeinträchtigungen des Umfeldes auszuschließen bzw. zu minimieren. Dabei wird dem Hochwasserschutz für die An- bzw. Unterlieger der IAA eine besondere Bedeutung beigemessen.

Die hydraulische Anbindung der sanierten Betriebsflächen der IAA Culmitzsch an die Vorflut wird in einem wasserrechtlichen Planfeststellungsverfahren geregelt. Als Planungsgrundlage sollen die möglichen Auswirkungen einer Vorflutanbindung auf die Abflussverhältnisse in den Gewässern Fuchsbach und Culmitzsch/Pöltschbach beschrieben und bewertet werden. Außerdem besteht die Zielstellung, die hydrologischen und hydraulischen Bemessungsgrundlagen für die Planung der Ableitungs- und Rückhaltesysteme zu ermitteln

Die Ermittlung der hydrologischen Bemessungsgrundlagen in Form von Hochwassersabflussganglinien für die Wiederkehrzeiten T = 2, 5, 10, 20, 50 und 100 Jahren erfolgt auf der Basis einer Niederschlags-Abfluss-Modellierung (N-A-Modellierung). Die hydraulischen Auswirkungen werden mit Hilfe einer eindimensionalen stationären hydraulischen Modellierung bewertet.

Die hydrologischen und hydraulischen Untersuchungen dienen als Grundlage der Variantendiskussion, d. h. im Vordergrund steht eine Bewertung der Auswirkungen von verschiedenen Ableitungsvarianten auf die Vorfluter. Im Rahmen der weiterführenden Planung werden für die Vorzugsvariante die hydrologischen und hydraulischen Bemessungswerte ermittelt