Abendvortrag

Wasserschutzgerechter ökologischer Landbau –  Strategien zur Minimierung von Stoffausträgen als „Lebensversicherung“ für die Rohwassergüte

Wagner Dr. Bernhard Wagner (Wassergut Canitz GmbH)

Als Tochterunternehmen der Leipziger Wasserwerke wurde die Wassergut Canitz GmbH Anfang der 1990-iger gegründet und wirtschaftet seit 1992 nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus. Wichtigstes Ziel des Unternehmens ist der Schutz der Trinkwasserressourcen im Einzugsgebiet der Wasserwerke in Canitz, Thallwitz, Naunhof. Umweltschonung und Bodenfruchtbarkeit stehen dabei im Mittelpunkt.

Auf insgesamt 770 Hektar landwirtschaftlicher Fläche werden dort pflanzliche und tierische Ökoprodukte erzeugt. Dies geschieht ohne den Zusatz von chemisch-synthetischen Dünge- und Pflanzenschutzmitteln. So wird sichergestellt, dass keine Verunreinigungen in das Trinkwasser gelangen.

Und dieses Prinzip des Trinkwasserschutzes trägt Früchte. Die Wassergut Canitz GmbH ist ein zertifizierter Landwirtschaftsbetrieb (Mitglied im Anbauverband Bioland e.V.) für den ökologischen Landbau. Durch die gezielt umweltschonende Bewirtschaftung der besonders empfindlichen und für die Brunnen der Wasserwerke wesentlichen Flächen konnten die Werte für Nitrat im Grundwasser inzwischen erheblich gesenkt werden.

Wassergut Canitz

Forschung

2018 startetet das BMBF geförderte Projekt „WertVoll“ (https://wertvoll.stoffstrom.org/). Ziel des Verbundvorhabens ist die Entwicklung und Implementierung einer WERTvollen Stadt-Land-Partnerschaft, die auf einer kooperativen Landnutzungsstrategie aufbaut.

Diese wertvolle Stadt-Land-Partnerschaft verfolgt den marktorientierten Aufbau einer sich positiv verstärkenden Landnutzung, die Mehrnutzungskonzepte und regionale Wertschöpfung miteinander verbindet. Dazu ist es notwendig, aktiv Märkte miteinander zu verbinden, aber auch zu analysieren, wo öffentliche Güter in keinem realen Markt nachgefragt werden.

Eine ökologische und trinkwasserschutzgerechte Bewirtschaftung in Verbindung mit Qualitätszielen im Sickerwasser und Humusaufbau auf den Äckern reduziert die Kosten für die Trinkwasseraufbereitung für Leipzig sowie deren Umland und leistet gleichzeitig substanzielle Beiträge für regionale Klimaschutzleistungen, denn die Stadt Leipzig kann nur mit dem Umland ihre Klimaziele erreichen.

Vor diesem Hintergrund erfolgte die Installation der Saugplattenanlage und einer Bodenmonitoring-Station auf dem Versuchsfeld der Wassergut Canitz GmbH. Parallel wurden chemische und bodenphysikalische Bodenparameter ermittelt, welche als Grundlage für verschiedene Berechnungsmodelle (Wasserhaushalt, Nitratverlagerung) dienen sollen.

27.03.2020, Uhrzeit und Lokalität werden zeitnah bekanntgegeben.

Der Abendvortrag ist öffentlich, eine Registrierung für die Konferenz ist daher nicht erforderlich.