Hydrogeochemische Charakterisierung der Schlammvulkane im Valle de Iglesia, Argentinien

Ilka Hinzer1, Manuel Altherr1, Stefan Wohnlich1, Jürgen Schreuer1
1 Institut für Geologie, Mineralogie und Geophysik, Ruhr-Universität Bochum

10.6 in Hydrogeology of Arid and Semi-Arid Environments

28.03.2020, 10:45-11:00, Händel-Saal

Das Valle de Iglesia liegt im zentralen Bereich der argentinischen Anden zwischen der Precordillera und Cordillera Frontal in einer Höhe von etwa 1800 m ü. NN. Das Nord - Süd verlaufende Tal zwischen 30°11´ S und 30°19´ S ist an einer aktiven Überschiebungszone angelegt und enthält eine bis zu 2000 m mächtige tertiäre und quartäre Beckenfüllung, die aus einer Abfolge intramontaner, teilverfestigter  Sedimente und vulkanischen Aschen besteht. Im Zentrum des Beckens sind hydrothermale Quellen bekannt, wovon die ca. 45 °C warmen Thermalquellen von Baños Pismanta die Bekanntesten sind.

Bei einer Kartierung des Umfeldes der Thermalquellen von Baños Pismanta wurden mehr als 50 weitere Austrittspunkte von gespanntem Thermalwasser aufgenommen, die sich alle durch charakteristische 1 bis 15 m hohe Quellhügel (im Folgenden als „Schlammvulkane“ bezeichnet) kennzeichnen. Von diesen wurden sowohl Wasser – als auch Bodenproben entnommen und im Hinblick auf die Ionen – und Mineralzusammensetzungen sowie der Konzentration von Spurenelementen analysiert.

Die hauptsächlich als Natriumsulfat  und Natriumhydrogencarbonatsulfat typisierten Wässer weisen gesundheitsgefährdende Arsengehalte auf, welche die Nutzung dieser Wässer als  Trinkwasser in Frage stellen. Temperaturen zwischen 20 °C und 45 °C deuten auf ein geothermisches Potential hin. Insgesamt weisen die geochemischen und hydrochemischen Analysen dieser gespannten Grundwässer auf tiefgreifende, hydraulische Zirkulationssysteme zwischen der Cordillera Frontal und dem Valle de Iglesia hin. Diese Grundwässer zirkulieren in den tertiären Sedimenten des Valle de Iglesia und steigen an rezent aktiven Störungen an die Oberfläche. Die Quell-Austrittshöhen auf den Schlammvulkanen korrellieren mit den hydraulischen Drücken in dem gespannten Grundwasserleiter.



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