Methoden und Ergebnisse der hydrogeologischen Erkundung eines untertägigen Altbergbaus auf Gips in einem urbanen Gebiet (Seckach)

Michael Bauer1
1 Ref. 94, RPF-LGRB

6.3 in Hydrogeologie in der Praxis

27.03.2020, 10:15-10:30, Händel-Saal

Im Gewässerbett der Seckach, einem kleinen Fluss in der Schichtstufenlandschaft im Norden von Baden-Württemberg, wurde ein starker Quellaufbruch mit sulfatgesättigtem Grundwasser festgestellt. Das Flussbett verläuft hier im Ausstrichbereich der Heilbronn-Formation des Mittleren Muschelkalks, so dass die hohe Grundwassermineralisation zunächst nicht besorgniserregend war.

Da die Quelle in der Nähe eines früheren untertägigen Gipsbergbaus liegt, wurde vorsorglich eine nähere hydrogeologische Erkundung des Quellaufbruchs im Rahmen einer Gefahrverdachtsermittlung durch die Landesbergdirektion im LGRB veranlasst.

Das frühere Bergwerk war aus Stabilitätsgründen geflutet worden und somit für Erkundungen - bis auf einen teilverfüllten Schacht - nicht mehr zugänglich. Erste Voruntersuchungen an der Quelle sowie Wasserstandsmessungen im verbliebenen Bergwerksschacht erhärteten aber die Vermutung, dass ein Zusammenhang zwischen der Quelle und dem Bergwerk besteht.

Um die Wechselbeziehung zwischen der Quelle im Bachbett und dem Bergwerk näher zu überprüfen, wurde ein klassisches hydrogeologisches Untersuchungsprogramm durchgeführt werden (Bohrungen in das Bergwerk, Bohrlochgeophysik, Pumpversuche, Wasserstandsmessungen, hydrochemische Reihenuntersuchungen, Isotopenuntersuchungen).

An die Bohrungen in das Bergwerk wurden wegen der zu durchteufenden Sulfatgesteine, möglichen Verbrüchen im Gebirge und aus Gründen des Arbeitsschutzes sehr hohe technische Anforderungen gestellt.

Die Untersuchungsergebnisse erlauben Schlussfolgerungen bezüglich der Wechselwirkung zwischen Bergwerk, Gewässer, Seichtem und Tiefem Karst und ermöglichen die Quantifizierung des Sulfataustrags aus dem Bergwerk.



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