Temperaturentwicklung im Untergrund der Stadt Köln

Hannes Hemmerle1, Philipp Blum2, Peter Bayer1
1 Angewandte Geologie, Institut für Geowissenschaften und Geographie, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Halle (Saale), Deutschland
2 Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Institut für Angewandte Geowissenschaften (AGW), Karlsruhe, Germany

14.6 in Young Hydrogeologists Forum

25.03.2020, 16:30-16:45, Telemann-Saal

Urbane Wärmeinseln im Untergrund (engl. „subsurface urban heat islands“ (SUHI)) sind in den letzten Jahren verstärkt in das Interesse der Forschung gerückt und mittlerweile unter zahlreichen europäischen Städten dokumentiert. Flächenversiegelung, Abstrahlung von Gebäuden und Fahrzeugen führen u.a. zu einem urbanen Mikroklima mit erhöhten Luft- und Untergrundtemperaturen. Über kontinuierlichen Eintrag von (Ab-)Wärme heizt sich der städtische Untergrund immer stärker auf. Hierdurch entwickelt sich eine Art Untergrund-Wärmespeicher, dessen Nutzung erhöhte Wirksamkeiten für die oberflächennahe Geothermie verspricht. Das vermehrte Recyceln urbaner Abwärme, als klimafreundliche Sekundärnutzung von Gebäudeklimatisierung, würde zudem die thermische Kontamination des Untergrundes reduzieren. Im Stadtgebiet von Köln sind bereits in den 1970er Jahren umfassend Grundwassertemperaturen aufgezeichnet worden. Durch diese frühen Aufzeichnungen ist es möglich, die fortschreitende Wärmeakkumulation im städtischen Untergrund zu quantifizieren. Seit den 1970er Jahren hat sich die Temperatur unter dem Stadtzentrum Kölns um mehr als 3 K erhöht, wohingegen die Temperatur im ländlichen und suburbanen Raum im Mittel um 1 K angestiegen ist. Zur Prozessanalyse und Prognose für die Zukunft bieten numerische Wärmetransportmodelle die Möglichkeit, die dynamische Wärmeakkumulation im urbanen Untergrund zu beschreiben und Nutzungsszenarien für oberflächennahe Geothermie-Systeme zu bewerten.





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