Erkundung von potentiellen Uferfiltrationsstandorten in einem semiariden Gebiet in Südindien

Cornelius Sandhu1, Thomas Grischek1, Samurembi Chanu2, Lakshmanan Elango2, Subramanian2, Swayam Prakash3, Ashok Kumar Mishra3, Martin Wagner4, Lutz Imhof4, Wido Schmidt4
1 Lehrgebiet Wasserwesen, Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden
2 Department of Geology, Anna University, Chennai
3 Department of Chemistry, Indian Institute of Technology Madras, Chennai
4 DVGW-Technoogiezentrum Wasser, Außenstelle Dresden

10.2 in Hydrogeology of Arid and Semi-Arid Environments

Die Uferfiltration (UF) hat ein großes Potential in Indien und wird zunehmend als Alternative zur konventionellen Oberflächenwasseraufbereitung verwendet. Ständig wasserführende Flüsse und mächtige Alluvialablagerungen bieten im Norden Indiens gute Bedingungen für die Uferfiltratgewinnung. Dennoch ist der Anteil der UF an der Rohwassergewinnung für die Trinkwasserversorgung in Indien mit <0,1 % sehr gering (Sandhu et al., 2019). Die Anwendung der UF kann durch die Erkundung und Entwicklung neuer UF-Standorte im Rahmen eines Masterplanes auf nationaler Ebene vorangetrieben werden (Grischek et al., 2016).
Im Posterbeitrag wird eine GIS-basierte Methodik für die Erkundung von potentiellen UF-Standorten in einem semiariden Gebiet in Chennai in Südindien vorgestellt. Im Gegensatz zu Nordindien sind die hydrogeologischen Randbedingungen für die UF komplexer auf Grund von nur zeitweise wasserführenden Flüssen, vorwiegend Kluftgrundwasserleitern und alluvialen Ablagerungen geringerer Ausdehnung in den Flussauen.
Im Rahmen eines Kleinprojektes (DAAD-DST, 2018-2019) wurden geomorphologische, hydrogeologische, pedologische und hydrologische Informationen für ein 8.242 km² großes Gebiet digitalisiert und Karten mit ArcGIS erstellt. Es wurden Jahresniederschlagsmengen für den Zeitraum 1965–2017 und Grundwasserstände von 246 Brunnen für den Zeitraum 2011–2015 ausgewertet. 2018 und 2019 wurden Wasserproben auf Ionen und bakteriologischen Indikatoren untersucht. Außerdem wurde ein mobiles Fluoreszenzspektrometer für die schnelle Erfassung der mikrobiellen Belastung im abwasserbeeinflussten Fluss- und Grundwasser getestet (IGCS, 2019).
Die Eignung potentieller UF-Standorte an Flüssen und Seen wurde mittels Ranking der Mächtigkeit der Grundwasserleiter, der Ergiebigkeit, hydraulischen Durchlässigkeit, Landnutzung, Grundwasserstände, Geologie und Wasserbeschaffenheit bewertet. Die Wasserbeschaffenheitsuntersuchungen ergaben, dass das Grundwasser in Gewässernähe häufig mit Gesamtcoliformen und E. coli belastet ist, so dass eine Desinfektion zwingend erforderlich ist. An einigen Standorten würde durch die Kombination von Uferfiltration und Desinfektion die Trinkwasserversorgung sicherer werden. Da in einigen nicht ständig wasserführenden Flüssen ein ganzjähriger Abfluss in den Flusssedimenten unterhalb der Flusssohle erfolgt, ist auch hier in Ufernähe oder direkt im Flussbett eine ganzjährige Uferfiltratgewinnung möglich.



DAAD-DST (2018-2019) Riverbank filtration through challenging geological formations for rural water supply in South India. HTW Dresden & Anna University Chennai, Indo-German DAAD-DST Project- based Personnel Exchange Programme.
Grischek T, Sandhu C, Ghosh NC, Kimothi PC (2016) A Conceptual Master Plan for RBF Water Supply in India – Science, Policy & Implementation Aspects. Proc. Indo-German Conference on Sustainability 2016, Chennai (Indien), 27.-28.02.2016, 118–123.
IGCS (2019) Testing the application of an innovative sensor for detecting microbial contamination in bank filtration wells for rural water supply near Chennai during monsoon. Final report by C. Sandhu to Indo-German Centre for Sustainability (IGCS), IIT Madras, Chennai.
Sandhu C, Grischek T, Börnick H, Feller J, Sharma SK (2019) A water quality appraisal of some existing and potential riverbank filtration sites in India. Water 11, 215. doi:10.3390/w11020215