Stellt Mikroplastik in Flüssen auch eine Gefährdung des Grundwassers dar?

Sascha Oswald1
1 Institut für Umweltwissenschaften und Geographie, Universität Potsdam

3.3 in Groundwater-Surface Water Interactions – from the river reach to the catchment

27.03.2020, 10:15-10:30, Telemann-Saal

Das Auftreten von Mikroplastikpartikeln (MPP) in Inlandgewässern wird erst seit kurzem quantitativ untersucht. Zunehmend zeigen sich dabei Nachweise von substanziellen Konzentrationen von MPP, bspw. Schmidt et al. (2018). Gerade an der Grundwasser-Oberflächenwasser-Schnittstelle stellt sich daher die Frage nach der Verlagerung von MPP auch ins Grundwasser, besonders bei der Nutzung von Uferfiltrat in Wasserwerken. In einer Studie wurde ein möglicher Eintrag von MPP ins Grundwasser bei Uferfiltration an einem Standort experimentell untersucht, der mehrere Risikofaktoren für eine MPP-Belastung aufwies (Krüger, 2017). Grundwasserproben wurden auf zwei  verschiedene Arten gewonnen und quantitativ auf Anzahl, Plastikart und Größe auftretender MPP, im Vergleich zum Oberflächengewässer, untersucht. Dabei konnten über Hyperspektralaufnahmen mit anschließender automatischer Bildanalyse MPP im Größenbereich zwischen 0,1 und 5 mm detektiert und bis zu 10 Plastikarten unterschieden werden. In den untersuchten Grundwasserproben waren substanzielle Mengen an MPP vorhanden, jedoch konnte plausibel gemacht werden, dass der größte Teil davon vermutlich aus eine Verschmutzung der Grundwassermessstellen selbst mit MPP resultiert. Die Herkunft der anderen MPPs blieb jedoch offen, könnte also ebenfalls einer Verschmutzung der Brunnenrohre oder aber einem Transfer über den Grundwasserpfad vom Oberflächengewässer entstammen. Neben den eigentlichen Resultaten werden Schlussfolgerungen zum Vorgehen bei der Probennahme von Grundwasser auf MPP vorgestellt, was andere Anforderungen als die bisher üblichen Vorgehensweisen stellen wird. Dies wird zudem ergänzt über erste Messungen von MPP in Sedimentproben aus dem Flussbett und in Bodenproben, also von der Seite möglicher Einträge ins Grundwasser.



Krüger, L. (2017): Transfer of Microplastic Particles into Groundwater through Bank Filtration, Bachelorarbeit, Institut für Erd- und Umweltwissenschaften, Universität Potsdam.

Schmidt, L.K., Bochow, M., Imhof, H., Oswald, S.E. (2018): Multi-temporal surveys for microplastic particles enabled by a novel and fast application of SWIR imaging spectroscopy – Study of an urban watercourse traversing the city of Berlin, Environmental Pollution, 239: 579-589.



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