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Landschafts- und Umweltrekonstruktion anhand von Löss-Paläobodensequenzen aus Sachsen

Sascha Meszner1, Sebastian Kreutzer2, Markus Fuchs2, Dominik Faust1
1 Institut für Geographie, TU Dresden
2 Institut für Geographie, Justus-Liebig-Universität Gießen

V 2.14 in Löss und terrestrische Archive (Fortsetzung)

18.09.2012, 17:20-17:40, H8

 

Seit einigen Jahren werden in Sachsen neu aufgeschlossene Löss-Paläobodensequenzen ausgewertet und stratigraphisch miteinander verglichen. Auf der Grundlage dieser Ergebnisse konnte eine erweiterte Löss-Stratigraphie für dieses Gebiet erstellt werden. Diese ergänzt bisher bestehende Standardabfolgen vor allem im Bereich des Früh- und beginnenden Mittelweichsels, sowie um einige Nassböden im Spätglazial.

Über 30 OSL-Datierungen bilden den chonologischen Rahmen dieser Abfolge und sichern die Stratigraphie ab.

Anhand dieser zeitlich hervorragend aufgelösten Stratigraphie wird eine Landschafts- und Umweltrekonstruktion des letzten glazialen Zyklus vorgestellt. Dabei  werden geomorphologische, pedologische  und sedimentologische Eigenschaften  der Profile  als Grundlage für die Rekonstruktion von Temperatur, Feuchteregime, Windgeschwindigkeit, Umlagerungsdynamik und somit der Landschaftsstabilität ausgewertet. Besondere Beachtung für die Ableitung von Klima- und Landschaftsentwicklungsindizes  finden dabei Schichtgrenzen und deren spezifische Verläufe, Bodensedimente bzw.  Paläoböden, sowie die Korngrößenverteilung und Faziesunterschiede der Lösspakete.

In den meisten Profilen wurde eine Schichtlücke von ungefähr 25ka (zwischen ca. 30-65ka) identifiziert. Diese Lücke trennt den unteren vom oberen Teil des sog. Gleinaer Bodenkomplexes, der somit vielmehr eine zeitliche Zäsur markiert, als dass er eine kontinuierlich aufeinanderfolgende Bodenentwicklung darstellt; was die damalige Benennung als Bodenkomplex sinnvoll erscheinen ließ. In dieser Zeit des Mittelweichsels sind uns aus Sachsen bisher kaum Lösssedimente bekannt und daher liegt die Vermutung nahe, dass dieser Zeitabschnitt auch in anderen Lössregionen östlich und westlich von Sachsen nur äußerst spärlich erhalten ist.



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Letzte Änderung 31.07.2012