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Gletscherschwankungen und Klima am Übergang vom Spätglazial zum Frühholozän in den Ostalpen

Andrew Moran1, Susan Ivy Ochs2, Hanns Kerschner1
1 Inst. für Geographie, Univ. Innsbruck
2 Labor für Ionenstrahlphysik, ETH Zürich

V 5.7 in Klima und Umwelt der letzten 130.000 Jahre

18.09.2012, 11:10-11:30, H6

Gut datierte Gletschervorstöße sind eine wertvolle klimageschichtliche Informationsquelle, weil Gletscher unmittelbar auf Klimaänderungen reagieren. In diesem Zusammenhang wurde der Schwerpunkt bei Untersuchungen in den Alpen bisher hauptsächlich auf spätglaziale Vorstoßphasen gelegt. Allerdings gibt es darüber hinaus ein bisher wenig berücksichtigtes System von Moränen, das besonders bei kleineren Gletschern gut erhalten ist. Diese Moränen nehmen eine vermittelnde Stellung zwischen den Egesen Moränen der Jüngeren Dryas und den Moränen des „Little Ice Age“ (Neuzeit) ein. Aufgrund ihrer stratigraphischen Anordnung und der uns heute bekannten klimageschichtlichen Erkenntnissen, kommen vor allem eine Reihe von kurzen klimatischen Klimaverschlechterungen am Anfang des Holozäns dafür in Frage, z.B. die Präboreale Oszillation, das Erdalen-event, sowie die Ereignisse um 9.3 ka und 8.2 ka. Für eine mögliche Zuordnung der Gletschervorstöße werden die entsprechenden Moränen mit den kosmogenen Radionukliden 10Be und 36Cl datiert. Darüber hinaus werden diese Gletscher rekonstruiert und ihre Gleichgewichtslinien bestimmt. Für die klimageschichtliche Interpretation werden die Energie- und Massenbilanzgleichung an der Gleichgewichtslinie, empirische Niederschlags-Temperaturmodelle und positive Gradtagmodelle herangezogen. Unter Verwendung von Temperaturinformationen aus Proxydatenquellen können damit Änderungen der Niederschlagsstrukturen im Alpenraum und Hinweise auf die atmosphärischen Zirkulationsverhältnisse in Zeiträumen eines raschen Klimawandels hergeleitet werden.



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Letzte Änderung 26.07.2012