Uni-Bayreuth

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Zur Hydrogeologie des Minjur-Aquifers in Saudi Arabien

Randolf Rausch1, Sascha Frank2, Christoph Buermann2, Heiko Dirks2, Tilman Mieseler2
1 Water Resources Studies, GIZ International Services
2 Dornier Consulting

P 10.10 in Hydrogeologie arider Gebiete

Der Minjur-Aquifer ist Teil des Unteren-Mega-Aquifer-Systems der Arabischen Halbinsel. Er besteht aus Sandsteinen in die konglomeratische Linsen und Tonsteine eingeschaltet sind. Er kann als geklüfteter Festgesteinsaquifer und bereichsweise als Porengrundwasserleiter charakterisiert werden. Unter dem Minjur, (obere Trias) liegt der Jilh-Aquifer, der der mittleren Trias zugeordnet wird. Überlagert wird der Minjur-Aquifer im Norden durch den Marrat-Aquitard (Unterer Jura). Im Süden fehlt dieser, und der Minjur verbindet sich mit dem hier überlagernden Dhruma (Unterer Jura) zu einem zusammenhängenden Aquifer.  Der Ausstrich der Minjur-Formation befindet sich im Westen von Riad und verläuft, der Streichrichtung folgend, von nord-nordwest nach süd-südost. Das Schichtenfallen beträgt ca. 1°. Die Einfallrichtung der Formation und die Grundwasserflieβrichtung ist Ost-Nordost gerichtet. Der Minjur-Aquifer ist ein gespannter Grundwasserleiter, der nach Osten hin zunehmend artesisch gespannt ist.Aufgrund der guten Wasserqualität und der hohen Ergiebigkeit wird das Grundwasservorkommen intensiv genutzt, was zum Aufbrauch der Grundwasserressourcen führt. Zur Trinkwasserversorgung der Bevölkerung in der Hauptstadt Riad werden groβe Mengen  Grundwassers aus dem Minjur gefördert. 600 km südlich von Riad wird das Grundwasser für die landwirtschaftliche Bewässerung genutzt. Hierdurch ergeben sich zwei groβe Absenkungstrichter mit einem Durchmesser von ca. 150 km. Durch die Grundwasserabsenkung im Minjur fällt die Druckhöhe unter die des darunterliegenden liegenden Jilh-Aquifers. Dies führt zum Aufstieg von höher salinem Grundwasser aus dem Jilh-Aquifer.Laut Isotopenuntersuchungen hat das geförderte Grundwasser des Minjur eine Verweildauer von bis zu mehr als 30 000 Jahren. Die Salinität des genutzten Grundwassers liegt im Mittel zwischen 1 200 mg/L und 1 800 mg/L und nimmt generell nach Osten hin deutlich zu. Transmissivität, hydraulische Durchlässigkeit, Speicherkoeffizient und nutzbarer Hohlraum des Aquifers wurden mittels hydraulischer Feldtests ermittelt. Die Mittelwerte wurden auf T = 3,65 ∙ 10-3 m2/s, K = 3,73 ∙ 10-5 m/s und S = 5,56 ∙ 10-4 bestimmt. Der entwässerbare Hohlraum liegt bei Sy = 7%.Aufgrund der geringen Grundwasserneubildung und den im Gegensatz dazu stehenden hohen Entnahmen wird das System in absehbarer Zeit erschöpft sein. Ein modernes Wassermanagement kann zur besseren Nutzung und einem geringeren Wasserverbrauch führen. Insbesondere die Landwirtschaft bietet ein großes Potential die Ressource Wasser schonender einzusetzen.  

Letzte Änderung 11.09.2013