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Abgrenzung von Belastungsschwerpunkten mit Uran im Grundwasser in Südbayern

Thomas Demmel1, Thomas R. Rüde1, Michael Wrobel2
1 RWTH Aachen, Lehr- und Forschungsgebiet Hydrogeologie, Lochnerstr. 4-20, D-52064 Aachen
2 Bayerisches Landesamt für Umwelt, Ref. 93 Grundwasserschutz, Hans-Högn-Straße 12, D-95030 Hof/Saale

O 6.9 in Grundwasser-, Boden- und Oberflächenwasser-Interaktionen

30.05.2014, 14:40-15:00, H19, NW II

 

 

Im Nachgang zu dem vor zwei Jahren vorgestellten Projekt „Verteilung und Ursachen erhöhter Uran-Konzentrationen in quartärem Grundwasser Südbayerns“ (Rüde et al. 2012), in dem relevante Mobilisierungs- und Immobilisierungsprozesse sowie Verlagerungs- und Akkumulationsprozesse für Uran beispielhaft im Lechtal bei Augsburg untersucht wurden, erfolgte eine Ausweitung der Betrachtung hinsichtlich der Übertragbarkeit der im Lechtal ermittelten Prozesse auf die weiteren bekannten Belastungsschwerpunkte in Südbayern: Unteres Isartal, Donaumoos bei Ingolstadt und Rosenheimer Becken.

Als Datenbasis dienten die am Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) vorgehaltenen Analysen von Grundwässern und Oberflächengewässern aus dem südbayerischen Raum (ca. 8000 Datensätze). Für die zu charakterisierenden Belastungsschwerpunkte konnte die Datenbasis in einer Feldkampagne erweitert werden.

Allen Belastungsschwerpunkten gemein ist die räumliche Nähe zu Niedermooren, die bereits im Lechtal als sekundäre, aber mengenmäßig dominierende, lokale U-Quellen identifiziert werden konnten. Der Zustrom aus der Oberen Süßwassermolasse (OSM) und die dort bekannten organikreichen Einschaltungen (v.a. Braunkohleflöze mit bis zu 50 µg g‑1 U) sind als Indiz für eine Funktion der OSM als primäre U-Quelle in Hinsicht auf das Untersuchungsgebiet zu sehen. Im Unteren Isartal und im Donaumoos bei Ingolstadt deutet die (hydro‑)geologische Situation auf vergleichbare Akkumulationsprozesse in Niedermooren hin.

Im Rosenheimer Becken ist die Struktur der U-Quellen aber auch der U-Senken zu differenzieren. Die mit den Beckentonen einhergehende große Verbreitung von vielen einzelnen Moorbereichen, die v.a. im Süden zum Teil als Hochmoore vorliegen und damit nicht als Uransenken zu betrachten sind, sind teilweise von Niedermooren umsäumt bzw. unterlagert. Die Geländemorphologie gliedert das Becken in verschiedene, kleinräumige Einzugsgebiete, wodurch z.B. im südlichen Teil auch alpine Gesteine (z.B. organikreicher Plattenkalk) als U-Quelle in Frage kommen.

Ein weiterer Aspekt der U-Quellfunktion ist in der Moorgröße zu sehen. Aus dem Donaumoos als flächenmäßig größtes Niedermoor Bayerns, sind nur vereinzelt erhöhte Urankonzentrationen im unterlagernden Grundwasser bekannt. Dies ist möglicherweise als Folge einer Redoxzonierung im Grundwasser zu sehen, so dass im Laufe der Fließstrecke durch Aufzehrung von DOC stark reduzierende Bedingungen entstehen, die zu einer Immobilisierung von Uran aus dem Grundwasser führen. Eine umfangreiche Auswertung von Bodenproben, Grundwasser- und Oberflächengewässeranalysen soll hier zur Klärung beitragen.

Aus dem Gesamtdatensatz der U-Gehalte im Grundwasser wurde eine Übersichtskarte erstellt, die neben den genannten Belastungs­schwerpunkten auch weitere, kleinräumigere Grundwasserbelastungen aufzeigt. Die hydro­geologischen Grobeinheiten Südbayerns werden hinsichtlich der U-Gehalte statistisch charakterisiert und detailliert beschrieben.



Rüde, T.R., Banning, A., Demmel, T., Wrobel, M. (2012): Verteilung und Ursachen erhöhter Uran-Konzentrationen in quartärem Grundwasser Südbayerns - In:  Tagung der Fachsektion Hydrogeologie (FH-DGG), 16.-20.05.2012, Dresden. 

 



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Letzte Änderung 29.10.2013