Uni-Bayreuth

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Hydrogeologische- und Strukturgeologische Untersuchungen im Reichraminger Hintergebirge

Johannes Meyer1
1 Student, Universität Salzburg

O 15.11 in Forum Junge Hydrogeologen (H 36, NW III)

28.05.2014, 16:20-16:40, H36, NWIII

Innerhalb eines orographischen gut eingrenzbaren Einzugsgebiets im ‚Reichraminger Hintergebirge‘ dienen struktur- und hydrogeologische Detailaufnahmen der Erkundung der Aquifereigenschaften des etwa 800m hohen Kaibling. Das ca. 4 km² große Gebiet liegt an der Grenze zum Nationalpark Kalkalpen in der Gemeinde Reichraming in Österreich.

Geologisch  befindet sich der Bereich in den nördlichen Kalkalpen und wird von unterschiedlich stark verkarstungsfähigen Gesteinen wie Dolomit, Kalk sowie Kalksandsteine aufgebaut.

Ziel einer detaillierten Geländeaufnahme ist es, die Aquifereigenschaften und die hydrogeologische Wechselwirkung der verschiedenen Lithologien zu erfassen. Eine Schlüsselstelle hierfür bilden  einige interessante Quellen in einem Steinbruch auf Vorflutniveau, die offenbar einen Großteil des Einzugsgebiets entwässern. Sie treten aus einer Wand mit steilstehender hangparalleler Schichtung und unregelmäßigen Großklüften im Hauptdolomit aus. Diese Austritte sind zum Teil stark schwankend, weisen also auf Verkarstung hin, die innerhalb des Hauptdolomits jedoch oberflächlich im Gebiet nicht beobachtet werden kann. Zum Verständnis der Aquiferdynamik wird die Schüttungsmenge einer der wenigen, dauerhaft schüttenden Quellen im Steinbruch kontinuierlich erfasst und die resultierende Zeitreihe in Kombination mit Niederschlagsdaten einer nahgelegenen Messstelle ausgewertet.

Neben dem unterschiedlichen Abflussverhalten der Quellen zeigen sich auch signifikante biologische Merkmale in der Umgebung der Quellaustritte im Steinbruch. So gehen einige Quellen mit starkem Moos- und Algenwachstum einher, andere zeigen diese Auffälligkeit nicht. Dies lässt den Schluss zu, dass hier qualitativ unterschiedliche Wässer gefördert werden und diese damit auf unterschiedliche Fließsysteme zurückgehen. Mit Hilfe von hydrochemischen Untersuchungen und deren räumlicher und zeitlicher Variationen werden diese Unterschiede erkundet.

Die Kombination von hydrogeologischen Daten mit den Ergebnissen der strukturgeologischen und lithologischen Detailaufnahme des Gebiets ermöglicht letztendlich die Erstellung eines dreidimensionalen Bildes des Aquiferkörpers.

 



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Letzte Änderung 30.10.2013