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Regionale Hydrogeologie von Deutschland – Ein Buchprojekt

Markus Zaepke1, Antje Beer2, Johann-Gerhard Fritsche3, Mathias Hübschmann4, Thomas Kärcher5, Broder Nommensen6, Evelin Reutter7, Hannsjörg Schuster8, Bernhard Wagner9
1 Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe
2 Landesamt für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt
3 Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie
4 Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
5 Landesamt für Geologie und Bergbau Rheinland-Pfalz
6 Landesamt für Natur und Umwelt Schleswig-Holstein
7 Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie Niedersachsen
8 Geologischer Dienst Nordrhein-Westfalen
9 Bayerisches Landesamt für Umwelt

P 2.11 in Hydrogeologie von Hardrock und Kluftgesteinen / Grundwasser und Karst

Mit dem gemeinsamen Buchprojekt der Staatlichen Geologischen Dienste (SGD) der Bundesländer und der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) wird erstmals eine flächendeckende Beschreibung zur Hydrogeologie von Deutschland vorgelegt. Rund 50 Mitarbeiter der Dienste haben als Autoren an der Veröffentlichung mitgewirkt.

 

Die Beschreibung folgt der Systematik einer hydrogeologischen Raumgliederung Deutschlands in drei hierarchische Ebenen unterschiedlichen Detailgrades, die durch die SGD gemeinsam mit der BGR entwickelt wurde:

 

·         Hydrogeologische Großräume sind große Bereiche der Erdkruste mit ähnlichen hydrogeologischen Eigenschaften und ähnlichen Grundwasserverhältnissen, die auf derselben geologischen Entstehungsgeschichte und einem einheitlichen tektonischen Baumuster beruhen.

 

·         Hydrogeologische Räume sind Bereiche der Erdkruste, deren hydrogeologische Eigenschaften aufgrund ähnlichen Schichtenaufbaues, ähnlicher geologischer Struktur, ähnlicher Morphologie und ähnlicher Grundwasserbeschaffenheit im Rahmen einer festgelegten Bandbreite einheitlich sind. Die Grenzziehung berücksichtigt, wo hydrogeologisch sinnvoll, die naturräumliche Gliederung der Physischen Geographie.

 

·         Hydrogeologische Teilräume sind einzelne oder mehrere hydrogeologische Einheiten, die einen regional einheitlichen Bau aufweisen. Die Grenzziehung berücksichtigt, wo hydrogeologisch sinnvoll, die naturräumliche Gliederung der Physischen Geographie.

 

Entsprechend dieser Systematik wurde das Bundesgebiet in 10 hydrogeologische Großräume, 36 hydrogeologische Räume und 247 hydrogeologische Teilräume untergliedert. Im Fokus der Publikation steht dabei die Beschreibung der hydrogeologischen Teilräume nach folgendem, einheitlichen Gliederungsschema:

 

·         Definition: räumliche Verbreitung mit wesentlichen geologischen und hydrogeologischen Merkmalen.

 

·         Kennzeichen: Beschreibung von Gesteinsart, Hohlraumart, Verfestigung, hydraulischer Durchlässigkeit und geochemischem Gesteinstyp der wichtigsten Grundwasserleiter.

 

·         Charakter: Stockwerksbau mit Lithologie, Abfolge der hydrogeologischen Einheiten und Mächtigkeiten; Grundwasserdynamik mit Flurabständen, Vorflutverhältnissen, Potentialverhältnissen des Grundwassers und Ergiebigkeiten; Charakterisierung der Schutzfunktion der Grundwasserüberdeckung sowie wasserwirtschaftliche Nutzung/Bedeutung.

 

Eine den Teilraum-Beschreibungen vorangestellte Kurzcharakteristik der hydrogeologischen Großräume und Räume dient der Einordnung in das regionale (hydro-)geologische Umfeld.

 

Das Buch wendet sich an Anwender aus Fachbehörden, Planungs- und Ingenieurbüros sowie Hochschulen, aber auch an die fachlich interessierte Öffentlichkeit. Es wird in der neuen Reihe A (Allgemeine und regionale Geologie der Bundesrepublik Deutschland und Nachbargebiete) des Geologischen Jahrbuchs voraussichtlich Anfang 2015 erscheinen.

 

Letzte Änderung 31.10.2013