Uni-Bayreuth

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Einfluss klimatischer Extreme auf die Begutachtung von Altlaststandorten

Phillip Grimm1, Diana Henniger2, Stefan Peiffer3
1 Geoökologie UBT
2 PIEWAK & PARTNER, Bayreuth
3 Lehrstuhl für Hydrologie, Universität Bayreuth

P 12.8 in Grundwasserqualität

 

Bei der Begutachtung von Altlaststandorten werden eine Reihe technischer Maßnahmen ergriffen, um das lokal vorherrschende Grundwassersystem, dessen Fließverhalten im Untergrund und den damit verbundenen Stofftransport zu beschreiben. Typischer weise werden hierfür Pumpversuche durchgeführt, um die geohydraulischen Parameter zu bestimmen, welche zur Berechnung der Brunnenreichweite und der Schadstofffracht dienen. Des Weiteren werden Sickerwassermessstellen errichtet und Feststoffproben entnommen, um die Schadstofffreisetzung im Deponiekörper zu ermitteln, sowie das Rückhalte –und Abbauvermögen der Auffüllung zu beurteilen.

In diesem Beitrag soll der Frage nachgegangen werden, welche Konsequenzen sich für die entsprechenden Untersuchungen ergeben, wenn es im Untersuchungszeitraum auf Grund langanhaltender Trockenperioden zu Niedrigwasserständen im Einzugsgebiet und somit zu drastischen Absenkungen des Grundwassers in den Messstellen kommt. Dadurch ergeben sich unmittelbar Konsequenzen für Pumpzeiten, Emissionsabschätzung, Transportbetrachtung, die Ermittlung potentieller Fließwege und insgesamt für die Repräsentativität der Aussage für die Folgejahre.

Im Rahmen einer Bachelorarbeit am Lehrstuhl für Hydrologie in Bayreuth, setzt man sich im Frühjahr 2014, bei der Durchführung einer Sanierungsuntersuchung am Rande des Frankenwaldes mit dieser Problematik auseinander. Jene Altablagerung wurde an einem ehemals landwirtschaftlich genutzten Hang im Zeitraum von 1962 – 1976 mit gemischten Siedlungsabfällen und Bauschutt verfüllt und befindet sich in der ungesättigten Zone. Die Altablagerung grenzt randlich an eine Trinkwasserschutzzone II an und beinhaltet eluierbares Schadstoffinventar, welches die Hilfswerte für PAK im Feststoff überschreiten. Somit kann eine Kontamination des Grundwassers, ohne umfangreiche Untersuchungen der geohydraulischen Leitfähigkeit des Festgesteins (Muscovit – Biotit - Gneis) nicht ausgeschlossen werden.

Letzte Änderung 21.05.2014