Uni-Bayreuth

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Exkursionen

Ex1:
Gesundheit aus der Tiefe
- Exkursion in das bayerisch-böhmisch-sächsische Bädervieleck

Das bayerisch-böhmisch-sächsische Grenzgebiet liegt inmitten des känozoischen Egerrifts. Die dortigen berühmten Heil- und Kurbäder verdanken ihren Ursprung vor allem dem aus dem Erdmantel entströmenden Kohlendioxid, das sich in Abhängigkeit von den geologischen Gegebenheiten oberflächennah mit unterschiedlich mineralisierten Grundwässern mischt. Beeindruckende Beispiele für die starke Entgasung sind die Quellen und Mofetten des Naturreservates Soos bei Franzensbad inmitten des Egerer Beckens. Radonhaltige Wässer (z. B. in Weißenstadt, Bad Brambach) haben ihre Ursache dagegen in hohen Urankonzentrationen in Graniten oder Erzgängen. Die Exkursion besucht u.a. Quellen in Weißenstadt, Hohenberg a.d. Eger, Franzensbad und Bad Brambach. Erörtert werden insbesondere die geologischen Hintergründe für den Chemismus der Wässer bzw. deren Herkunft sowie Aspekte ihrer therapeutischen Anwendung (Balneologie).

Leitung: Dr. Andreas Peterek (Geopark Bayern-Böhmen)
Teilnehmerzahl: max. 40 Personen
Zeitrahmen: 8:00 – 17:00 Uhr
Hinweise: Verpflegung vor Ort möglich; Personalausweis wird für den Grenzübertritt nach Tschechien benötigt; wetterfeste Kleidung; Bustransport
Kosten: 35 € pro Person

Ex2:
Von den geologisch-hydrogeologischen Verhältnissen im Bruchschollenland über den tertiären Vulkanismus zum tiefsten Loch im Kristallin

Quelltopf bei der Tauritzmühle an der Wirbenzer Störungszone in Trias-Gesteinen: Die NW-streichende Fränkische Linie trennt das Grundgebirge im Nordosten vom permo-mesozoischen Deckgebirge. Diese Deckgebirgseinheiten wurden im Rahmen der tektonischen Bewegungen während der Kreide und des Tertiärs teilweise in ein Schollenmosaik zerlegt, weshalb das Gebiet westlich der Fränkischen Linie auch Bruchschollenland genannt wird.

Im Zeitraum vor ca. 30 bis 15 Millionen Jahren herrschte in der nördlichen Oberpfalz und im Fichtelgebirge eine rege vulkanische Aktivität. Tektonisch ist dieses Vulkansystem Nordostbayerns und Nordwestböhmens an die Bruchstörungen des  Egergrabens gebunden. Es besteht aus einer Vielzahl von Eruptionszentren, erhalten sind meist Reste von Förderschloten und Vulkankratern mit ihren Füllungen. Einer der imposantesten Kegelberge im Bruchschollenland ist der Parkstein. Dort erschließt eine über 40 Meter hohe, grandiose Basaltwand rosettenartig angeordneter Basaltsäulen. In Felsenkellern ist die Vielfalt der Schlotbrekzien sichtbar.

Von 1987 bis 1994 wurde 9101 m tief in die Erdkruste gebohrt – das tiefste Loch in kristallinen Gesteinen weltweit. Jetzt ist das Geozentrum an der Kontinentalen Tiefbohrung (KTB) bei Windischeschenbach eine Umweltstation in Bayern. Es erwarten Sie die Umweltbildungsstätte mit Geo-Labor und eine Ausstellung zum System Erde sowie der KTB-Bohrturm.

Leitung: Dr. Johann Rohrmüller, LfU
mit Dr. Frank Holzförster, KTB
Teilnehmerzahl: max. 24 Personen
Zeitrahmen: 8:00 – 17:00 Uhr
Hinweise: Bustransport, Mittagspause in einer Gastwirtschaft
Kosten: 35 € pro Person


Ex3:
Hydrogeologie und Ergebnisse geophysikalischer Messungen im Karst der Frankenalb

Lochstein Fränkische Schweiz

Die Exkursion führt zu typischen Karstphänomenen der Fränkischen Alb: angefangen von der rezenten Dolinenbildung bei Schloss Greiffenstein, an denen morphologische Veränderungen anhand geophysikalischer Messungen untersucht werden können, bis hin zu den Erosionsformen des Karstreliefs. Ein weiterer Haltepunkt sind die Basalte des Leinleitertales, an denen die Ergebnisse magnetischer und geoelektrischer Untersuchungen vorgestellt werden.

Daneben geht es um den praktischen Umgang der Menschen mit der Wassersituation im Karst. Mehrere "Hülen" auf der Fränkischen Alb, in denen die Bevölkerung früher das Niederschlagswasser für die sommerliche Trockenperiode sammelte, werden gezeigt. Auf dem ökologischen Wanderweg bei Veilbronn wird der letzte in Betrieb befindliche hydraulische Widder der Fränkischen Alb gezeigt. Die Teilnehmer besuchen den Wasserwanderweg zur Riesenburg bei Doos-Engelhardsberg und erfahren, wie die N-ergie Nürnberg bei Ranna Karstwasser gewinnt.

Leitung: Prof. Dr. Klaus Bitzer (Universität Bayreuth),
mit Thomas Ries (N-ergie Nürnberg)
Teilnehmerzahl: max. 32 Personen
Zeitrahmen: 8:00 – 17:00 Uhr
Hinweise: Bustransport, Mittagspause in einer Gastwirtschaft
Kosten:
35 € pro Person

Letzte Änderung 15.07.2013