Uni-Bayreuth

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Hydrogeologische Erkundung eines alpinen Marmorkarstvorkommens zur geothermalen Nutzung

Rafael Schäffer1, Claus-Dieter Heldmann1, Ingo Sass1
1 Fachgebiet Angewandte Geothermie, Institut für Angewandte Geowissenschaften, TU Darmstadt

P 4.2 in Alpine hydrogeology

Karstaquifere können sich durch ihre erhöhten Permeabilitäten vorteilhaft auf die Leistung geothermischer Systeme auswirken. Allerdings bedingen ihre Eigenschaften auch besondere Anforderungen an Erkundung und Erschließung. In Finkenberg im Tuxertal (Tirol, Österreich) wurde der Marmorkarstaquifer der Hochstegenformation gezielt als mitteltiefer Erdwärmesondenspeicher erkundet.

Flächendeckende Untersuchungen an Quellen und Bächen im Tuxertal führten dazu, dass den tektonischen Einheiten in Abhängigkeit ihrer Lithologie charakteristische hydrochemische Signaturen zugeordnet werden können. Es konnte festgestellt werden, dass das Einzugsgebiet der Hochstegenformation im Gebiet Finkenbergs von 840 m ü. A. bis 2.650 m ü. A. reicht. 

Durch geologische Kartierung und eine Erkundungsbohrung stellte sich heraus, dass die tektonische Situation komplexer ist, als in der amtlichen geologischen Karte dargestellt. Lokal sind wesentlich größere Mächtigkeiten der Hochstegenformation zu erwarten als bislang angenommen. Auch die Schichtenfolge ist unregelmäßiger als zunächst vermutet.  

Beim Abteufen der Bohrungen des Erdsondenwärmeentzugs- und speichersystem konnten verkarstete Bereiche bis 400 m unter Gelände nachgewiesen werden. Ermittelte Grundwasserfließgeschwindigkeiten betragen über 14 m/d. Durch die Bauarbeiten begleitende Quellbeweissicherung war es möglich, im obersten Grundwasserstockwerk Abstandsfließgeschwindigkeiten zu bestimmen.

last modified 2013-10-31