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Hydrogeologie glazial übertiefter alpiner Täler am Beispiel des Salzburger Beckens, Österreich

Michaela Maislinger1
1 Fachbereich Geographie und Geologie, Uni Salzburg

P 15.3 in Forum of Young Hydrogeologists (H 36, NW III)

Alpine Talräume sind einerseits wichtige Siedlungsgebiete innerhalb der Alpen und bilden andererseits häufig ergiebige Porengrundwasserkörper, die oft von großer Bedeutung für die lokale oder regionale Wasserversorgung sind. Um Konflikte zwischen dem Siedlungsdruck einerseits und den Schutzerfordernissen für die Trinkwasserversorgung andererseits zu vermeiden, ist eine detaillierte Kenntnis des Grundwasserregimes hier von besonderer Bedeutung.

Das glazial übertiefte Salzburger Becken am Nordrand der nördlichen Kalkalpen wurde nach dem Rückzug der letzten Vereisung mit fluviatilen Sedimenten der Salzach aufgefüllt, die nun einen mehrere Zehnermeter mächtigen ergiebigen Porengrundwasserkörper bilden. Aufgrund der großen Bedeutung dieses Porengrundwasserkörpers für die Wasserversorgung des dicht besiedelten Salzburger Beckens wurde dieser bereits vor Jahrzehnten anhand von zahlreichen Grundwassermessstellen untersucht. Neben der Dotation durch einen zeitweise zur Gänze versickernden Seitenzubringer der Salzach bildet eine mögliche Entkopplung des Grundwassers von der Salzach eine Besonderheit in diesem Talraum. Da seit dem Zeitpunkt der früheren Untersuchungen zahlreiche neue Untergrundaufschlüsse und Grundwassermessstellen hinzugekommen sind, soll die Beziehung zwischen den Oberflächengewässern und dem Porengrundwasserkörper auf Basis aller aktuell verfügbaren Grundwassermessstellen neu untersucht werden.

Der Tauglbach, als östlicher Zufluss zur Nord-Süd-verlaufenden Salzach, entspringt im Tauglboden aus kalkalpinen Einheiten der Osterhorngruppe. Bei seinem Eintritt in den Talraum des Salzburger Beckens versickern große Mengen des Tauglwassers und dotieren den generell N-S-gerichteten Grundwasserbegleitstrom der Salzach. Zeitweise fällt der Zufluss beim Eintritt in die fluviatilen Schotter komplett trocken.

Auf Basis früherer Untersuchungen wird davon ausgegangen, dass die Salzach in diesem Flussabschnitt vollkommen kolmatiert ist und dass das Grundwasser zwischen Hallein und Golling unter der Salzach hindurchfließt und ein Grundwasserfeld am westlichen Salzachufer speist.

In der präsentierten Arbeit wird mit Hilfe der aktuell verfügbaren Messstellen sowie einem dichten Netz an geologischen und hydrogeologischen Aufschlüssen im Projektraum eine Neubewertung der hydrogeologischen Situation durchgeführt. Dabei wird der Einfluss der Tauglversickerung und weiterer Seitenzubringer auf die Grundwasserströmung des vom Bluntautal und Paß Lueg herströmenden Grundwasserbegleitstroms der Salzach sowie die Frage der Kolmation der Salzach und damit einhergehend die Talquerung des Grundwasserstromes mithilfe von quantitativen und qualitativen Grundwasserbetrachtungen untersucht.

Basis für die Erstellung des hydrogeologischen Modells bildet ein exaktes geologisches Modell, das alle verfügbaren Untergrundinformationen berücksichtigt.

last modified 2013-10-31