Uni-Bayreuth

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Durchlässigkeitsbeiwerte von Lockersedimenten im Lechtal, Wertachtal und in angrenzenden Gebieten

Oliver Hümmer1
1 Referat 104 Hydrogeologie, Landesamt für Umwelt

P 6.4 in Groundwater, soil and surface water interactions

Im Rahmen des Projektes „Informationsoffensive Oberflächennahe Geothermie 2012 bis 2015“ werden für die Planungsregionen Augsburg und Donau-Iller die geologischen, hydrogeologischen und bodenkundlichen Kartenwerke bearbeitet. Diese bilden unter anderem die Grundlage für eine Standortauskunft zur Nutzung der oberflächennahen Geothermie. Die möglichst genaue Kenntnis über die geologischen und hydrogeologischen Eigenschaften des Untergrundes sind wichtig für die Planung, Auslegung und Genehmigung von Erdwärmeanlagen. Beispielsweise ist der Durchlässigkeitsbeiwert (kf-Wert) für die richtige Dimensionierung von Grundwasser-Wärmepumpenanlagen von zentraler Bedeutung.

 

Das untersuchte Gebiet befindet sich im Raum Augsburg und erstreckt sich nach Süden entlang des Lech- und Wertachtals  bis nach Bad Wörishofen. Geologisch handelt es sich um Lockergesteinsablagerungen aus dem Quartär und Tertiär. Die quartären Sedimente umfassen  die holozänen Ablagerungen und die während der Eiszeiten gebildeten Sedimente des Pleistozäns Sie bestehen aus einem heterogenen Spektrum von Sanden, Kiesen und Schottern mit unterschiedlich hohem Feinkornanteil. Im Liegenden werden die Sedimente der tertiären Oberen Süßwassermolasse angetroffen, die durch eine Verzahnung von sehr feinkörnigen bis hin zu grobkörnigen Sedimenten charakterisiert sind. Hydrogeologisch betrachtet handelt es sich um Porengrundwasserleiter mit ergiebigen Grundwasservorkommen in den fluviatilen und fluvioglazialen Schottern und Sanden im Lechtal und Wertachtal.

 

Im Rahmen der Hydrogeologischen Landesaufnahme wurden in das BIS (= Bodeninformationssystem) rund 200 Pumpversuchsdaten eingegeben, die zur Ermittlung der Durchlässigkeitsbeiwerte (kf-Werte) der quartären und tertiären Ablagerungen zur Verfügung standen. Die Auswertung erfolgte nach dem Verfahren von Dupuit/Thiem.

 

Die Ergebnisse zeigen in den jeweiligen hydrogeologischen Einheiten unterschiedliche Werte. Der Median des kf-Wertes in der hydrogeologischen Einheit der „Fluviatilen Schotter und Sande (Quartär)“ beträgt 9,56 *10-3 m/s und in der hydrogeologischen Einheit der „Fluvioglazialen Schotter und Sande (Quartär)“ 5,00 *10-3 m/s. Diese kf-Werte sind typisch für die Sedimente im Quartär. Im Vergleich dazu beträgt der Median des kf-Wertes in der „Oberen Süßwassermolasse (Tertiär)“ 3,49 * 10-5 m/s und zeigt damit wesentlich geringere Durchlässigkeiten als in den quartären Sedimenten an.

 

Bei Betrachtung der auf die Fläche interpolierten kf-Werte ergeben sich regionale Unterschiede. Die Kenntnis über die räumliche Verteilung der kf-Werte verbessert die Informationsgrundlage für die Standort-auskunft und ermöglicht eine fachgerechte Dimensionierung von Grundwasser-Wärmepumpenanlagen.

 

Diese Ergebnisse sind erste Erkundungen der Hydrogeologischen Landesaufnahme und bilden einen Teil der gesamten geologischen Kartierarbeiten in dieser Planungsregion.

 

last modified 2013-11-06