In welcher Qualität ermitteln wir eigentlich die hydraulischen Parameter für Baumaßnahmen im Grundwasser?

Uwe Hekel1
1 HPC AG Rottenburg

P 3.2 in Bauen und Grundwasser

Hydraulische Parameter sind die Grundlage sämtlicher hydraulischer Berechnungen bei der Planung von Baumaßnahmen im Grundwasser. Für die richtige Dimensionierung von Wasserhaltungen beispielsweise spielt die Qualität des angesetzten Durchlässigkeitsbeiwerts eine entscheidende Rolle. Selbst wenn für die Ermittlung der Durchlässigkeit Feldversuche durchgeführt werden, sind in Abhängigkeit von der eingesetzten Versuchs- und Auswertemethode erhebliche Qualitätsunterschiede festzustellen (Hekel&Odenwald, 2012).

Neben der technisch korrekten Durchführung ist für das Versuchsergebnis qualitätsbestimmend, welche Versuchs- und Auswertemethoden Erkundungsprogramm ausgeschrieben werden. Hierbei ist leider oftmals eine erhebliche Unkenntnis der Einsatzgebiete und Anwendungsbereiche verschiedener Versuchsmethoden festzustellen.

Aus ursprünglich nicht oder allenfalls für eine überschlägige Durchlässigkeitsabschätzung gedachten Absenk- oder Wasserdruckversuchen werden häufig mittels einfacher stationärer Formeln Durchlässigkeitswerte abgeleitet. Diese Verfahrensweise ist jedoch extrem fehleranfällig, da wesentliche Versuchseinflüsse unerkannt und unberücksichtigt bleiben. In der Folge können die so ermittelten Werte über eine Größenordnung oder mehr von den tatsächlichen Verhältnissen abweichen, mit entsprechenden Folgen für die Planung bzw. bei der Bauausführung.

Instationäre Versuchsdurchführungen bieten demgegenüber die Möglichkeit, Störeinflüsse zu erkennen und zu eliminieren. Die so ermittelten Durchlässigkeitswerte sind von relevant besserer Qualität. Dabei sind die Versuchsmethoden, die instationär interpretierbare Daten liefern, sind mit gängigem Messequipment ohne wesentlichen Mehraufwand durchzuführen.

Der Vortrag behandelt die Grundlagen und Einsatzbereiche der verschiedenen Versuchsmethoden. Anhand von Praxisbeispielen werden die Fehleranfälligkeit stationärer Methoden und die Vorteile instationärer Verfahren erläutert. Außerdem wird ein Überblick aktueller DIN-Normen und Regelwerke für die verschiedenen Versuchsdurchführungen gegeben.  

Wie genau soll der Durchlässigkeitsbeiwert sein?
Wie genau soll der Durchlässigkeitsbeiwert sein?



Hekel, U., Odenwald, B. (2012): Bohrlochversuche zur Bestimmung der Gebirgsdurchlässigkeit von Fels. - BAW-Mitteilungen Nr. 95, Karlsruhe

Odenwald, B., Hekel, U., Thormann, H. (2009): Grundwasserströmung - Grundwasserhaltung. – In: Witt, K.J. (Hrsg.) Grundbau-Taschenbuch, Teil 2: Geotechnische Verfahren. 7., überarbeitete u. aktualisierte Auflage, ca. 950 Seiten, ca. 500 Abbildungen; Berlin (Ernst & Sohn)