Grundwasserverunreinigungen durch polyfluorierte Substanzen in Hamburg

Irmgard von Kalben1, Christian Gillbricht2, Thomas Schulze3
1 Freie und Hansestadt Hamburg Behörde für Umwelt und Energie
2 Hydrogeologisches Büro Christian A. Gillbricht
3 GeoConsult Hamburg GbR, Dipl.-Geol. Schulze & Dr. Schinzel

P 14.3 in Urbane Hydrogeologie

In den letzten 10 Jahren haben polyfluorierte und perfluorierte Chemikalien (PFC), insbesondere perfluorierte Tenside (PFT) eine erhebliche Aufmerksamkeit bei den zuständigen Aufsichtsbehörden gefunden. Waren die ersten Nachweise von erhöhten Konzentrationen in Umweltmedien eher zufällig, so findet jetzt zunehmend eine systematische Erhebung von Verdachtsbereichen statt (z. B. Ahrenholz et al., 2011; LUWG RHPF, 2013). Die Behörde für Umwelt und Energie (BUE) der Freien und Hansestadt Hamburg (FHH) hat 2014 / 2015 in einer orientierenden Studie für das Staatsgebiet der FHH mögliche Einträge von PFC in das Grundwasser untersucht. In diesem Zusammenhang wurden erste Grundwasseruntersuchungen veranlasst. Die Übungsflächen der Feuerwehren weisen teilweise erhebliche Belastungen des Bodens und des oberflächennahen Grundwassers auf. Im Grundwasser wurden bis zu 400 µg/l (Summe PFC) nachgewiesen. Weitergehende Untersuchungen zur Abgrenzung der Verunreinigungen werden zurzeit durchgeführt. Im Bereich eines Großbrandes mit Einsatz von Schaumlöschmitteln sind lokale Verunreinigungen des oberflächennahen Grundwassers mit bis zu ca. 6 µg/l (Summe PFC) nachgewiesen worden. Die Fläche wird regelmäßig überwacht. Sanierungsbedürftige Schäden durch Löschmitteleinsätze sind im Stadtgebiet von Hamburg bisher nicht festgestellt worden. Allerdings stehen Untersuchungen an mehreren Löschorten noch aus. Im Bereich von Altablagerungen wurden Spuren von PFC mit maximal 0,02 µg/l im oberflächennahen Grundwasser nachgewiesen. Es stehen allerdings Untersuchungen an weiteren Deponien aus, die im relevanten Zeitraum der 1960er bis 1980er Jahre betrieben wurden. Im Weiteren sollen auch einschlägig gewerblich genutzte Standorte betrachtet werden.



ARENHOLZ, U.; BERGMANN, S.; BOSSHAMMER, K.; BUSCH, D.; DREHER, K.; EICHLER, W.; GEUEKE, K.-J.; GRUBERT, G.; HÄHNLE, J.; HARFF, K.; KRAFT, M.; LEISNER-SAABER, J.; OBERDÖRFER, M.; RAUCHFUSS, K.; RESPONDEK, R.; REUPERT, R.; ROSE-LUTHER, J.; SCHROERS, S.; TIEDT, M.; JUST, P.; POSCHNER, A. & SUSSET, B. (2011): Verbreitung von PFT in der Umwelt. – LANUV Nordrhein-Westfalen Fachbericht, 34: 106 S.; Recklinghausen

LUWG RHPF (Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht Rheinland-Pfalz) (Hrsg.) (2013): Umweltrelevanz von PFT aus Sicht des Boden- , Oberflächengewässer- und Grundwasserschutzes. – ALEX-Informationsblatt, 29: 10 S.; Oppenheim.