Einsatz von Grundwassermodellen in der Vorplanung und Begleitung von bauzeitlichen Grundwasserhaltungen beim Ausbau von Bundeswasserstraßen

Martin Becker1, Hermann-Josef Lensing2, Christoph M. König1
1 delta h Ingenieurgesellschaft mbH
2 Bundesanstalt für Wasserbau

O 3.4 in Bauen und Grundwasser

15.04.2016, 11:30-11:45, Audimax B, Geb. 30.95

 

 

 

 

 

Bauzeitliche Grundwasserhaltungen stellen bei mittelfristigen Eingriffen in den Grundwasserhaushalt besondere Ansprüche an die Vorplanung hinsichtlich Dimensionierung, Betrieb und Steuerung.

Insbesondere die Erneuerung von Ufereinfassungen und Sohlabdichtungen beim Ausbau von Wasserstraßen in Dammlage führen häufig zu signifikanten Grundwasserstandsänderungen während der Bauzeit. Da diese Arbeiten meist durch Wanderbaustellen durchgeführt werden, ist neben der Höhe der Grundwasserstandsänderungen auch deren zeitlichem Verlauf besondere Bedeutung beizumessen. Neben der offensichtlich erforderlichen Einhaltung verträglicher Grundwasseranstiege in der Nähe bebauter Bereiche während der Bauzeit ist dort auch die Unschädlichkeit von Grundwasserabsenkungen bei setzungsempfindlichen Böden sicherzustellen. Dies gilt ebenfalls, wenn auch in abgeschwächter Form, für ökologisch wertvolle, sowie ggf. land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen innerhalb des Einflussbereichs der Baumaßnahme.

Analytische Lösungsansätze stoßen hier – insbesondere im Hinblick auf quantitative Aussagen - schnell an ihre Grenzen, da einerseits die zur Gültigkeit erforderlichen Symmetrien bzw. Geometrien für die grundwasserhydraulischen Randbedingungen (räumlicher Aspekt) i.d.R. nicht gegeben sind und darüber hinaus der Einfluss der Dauer der Maßnahme (zeitlicher Aspekt) nur unzureichend berücksichtigt werden kann.

Anhand von Praxisbeispielen aus dem Ausbau von Bundeswasserstraßen wird gezeigt, wie durch den Einsatz numerischer Grundwassermodelle während der Vorplanung kritische Bereiche identifiziert werden können und hieraus die Konzeptionierung von Grundwasserhaltungsmaßnahmen hinsichtlich Ausführung, Lage, Leistungsfähigkeit und Steuerung abgeleitet wird. Ein Schwerpunkt liegt dabei in der Bewertung der Aussagefähigkeit und des Optimierungspotenzials stationärer gegenüber instationärer Modellansätze.



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