Karstgeomorphologie und Karsthydrogeologie am Kitzsteinhorn (Hohe Tauern, Salzburg)

Katharina Lechner1, Christoph Spötl2, Giorgio Höfer-Öllinger3, Markus Keuschnig3
1 geo.zt gmbh - poscher beratende geologen
2 Institut für Geologie, Universität Innsbruck
3 Geoconsult ZT GmbH

O 1.2 in Hydrogeologie alpiner Räume

14.04.2016, 10:30-10:45, Audimax B, Geb. 30.95

Das Kitzsteinhornmassiv liegt am Nordrand der Hohen Tauern in den österreichischen Zentralalpen. Die dort weit verbreiteten Kalkglimmerschiefer des Penninikums weisen einen variablen Verkarstungsgrad auf und im Gletschervorfeld des Schmiedinger Keeses hat sich in diesen Gesteinen eine hochalpine Karstlandschaft entwickelt. Mehrere z.T. hunderte Meter tiefe Höhlen sind dort bekannt. Im östlich angrenzenden Kapruner Tal tritt mit den Kesselfallquellen eine Gruppe stark schüttender Quellen zu Tage.

Im Zuge einer Geländekartierung wurden oberflächliche Karstformen sowie offene und verstürzte Höhlen und Schächte unterhalb des Schmiedinger Keeses lokalisiert. Die Erkundung der Seitentäler zeigte, dass diese Karstlandschaft eine lokale Besonderheit hinsichtlich oberflächlicher Karstformen sowie auch der Abflusssituation darstellt.

Durch die monatliche Beobachtung und Beprobung von Quellen und Oberflächengewässern im Kapruner Tal sowie am Gletschervorfeld ergab sich ein umfassendes Bild der hydrogeologischen Verhältnisse des Karstsystems.

Die Kesselfallquellen setzen sich bei Niedrigwasser aus einem Dutzend Quellaustritten zusammen. Im Frühjahr springen weitere stark schüttende Quellaustritte an. Der konstant hohe Basisabfluss der Kesselfallquellen von mindestens 100 l/s im Winter wird im Sommer von einem stark schwankenden Direktabfluss überlagert und erreicht Höchstwerte von über 1000 l/s. Die Durchlaufzeit beträgt dabei nur wenige Tage, wie u.a. die Gegenüberstellung der Quellschüttungsganglinien mit Niederschlagsdaten zeigt.

Das Einzugsgebiet der Kesselfallquellen erstreckt sich über mehr als 10 km2, wie ein Vergleich geomorphologischer und hydrologischer Kriterien ergab. Die stabile Isotopenanalyse, die auch die Auswertung von Niederschlagsproben inkludierte, lieferte für die Kesselfallquellen eine mittlere Einzugsgebietshöhe von ca. 2500 bis 2600 m. Diese Höhe korreliert mit jener der Karstlandschaft am Fuße des Gletschers.



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