Identifizierung, Charakterisierung und Quantifizierung der Interaktion Grundwasser-See am Beispiel des Bodensees: Ein Toolkit für die nachhaltige Bewirtschaftung der regionalen Wasserressourcen

Catharina Keim1
1 Lehrstuhl Hydrologie, Universität Bayreuth

P 8.4 in Isotopen- und Tracermethoden in der Hydrogeologie

 

Der Bodensee ist ein tiefer, oligotropher See, welcher über 4 Mio. Menschen in Südwestdeutschland mit Trinkwasser versorgt.  Nach einer neuen, detaillierten Seebodenvermessung (Projekt Tiefenschärfe) könnte die Grundwasser-See Interaktion wichtiger sein als bisher angenommen. Um die Grundwasser-See Interaktion besser beschreiben zu können, müssen Grundwasseraustrittstellen identifiziert werden, die Eigenschaften des Grundwassers charakterisiert werden und die Menge an Grundwasser quantifiziert werden. Das Projekt Seezeichen wird daher die Grundwasser-See Interaktionen mit verschiedenen physikalischen und chemischen Methoden näher untersuchen. Zu den physikalischen Methoden gehören der Einsatz von Flusskammern und die Entwicklung eines thermalen Kartierers. Ziel ist es ein Instrument zu entwickeln, das den Seeboden mit einer guten räumlichen Auflösung thermisch kartiert und dadurch Grundwasserzuflüsse im See identifiziert werden können. Zu den chemischen Methoden gehört der Einsatz von verschiedenen Tracern. Einerseits werden Hauptionen, Cl und stabile und radiogene Isotope untersucht. Diese chemischen Tracer können im Anschluss genutzt werden um Wasserbilanzen eines Sees zu berechnen. Ein anderer chemischer Tracer 222Rn wird benutzt um Grundwassereintrittsstellen zu lokalisieren und zu quantifizieren. Das Ziel des Projektes ist es eine Toolbox mit verschiedenen Methoden zusammenzustellen, welche von anderen Anwendern im Wasserressourcen-Management benutzt werden können. Des Weiteren sollen die Methoden auf andere Seen übertragbar sein.