Erfassung aller Quellen in Westfalen (NRW)

Patricia Göbel1, Johannes Meßer2
1 Angewandte Geologie, Uni Münster
2 Emscher und Lippe Wassertechnik GmbH, Abteilung Wasserwirtschaft, Brunnenstraße 37, 45128 Essen

P 2.8 in Aquifer systems in Europe and beyond

 

 

Quellen sind die auffälligsten Erscheinungsformen des Grundwassers. Im Rahmen von topographischen Vermessungs- und geologischen Kartierarbeiten wurden und werden die als „Quelle“ bezeichneten Orte – gekennzeichnet durch spezielle Symbole – in den unterschiedlichen Kartenwerken mit aufgenommen und verzeichnet. Ausgewählte Quellorte befinden sich ebenfalls in unterschiedlichen Datenbank- und Fachinformationssystemen. Das Problem besteht allerdings darin, dass die verschiedenen Fachgebiete „Quellen“ unterschiedlich definieren. Insofern existierte bisher kein einheitlicher Überblick über die Lage und Anzahl der Quellen in Westfalen.

Zur Erstellung einer Quellenübersichtskarte von Westfalen wurden zunächst folgende verfügbare Daten bei den Umwelt- und Vermessungsfachbehörden recherchiert. Diese Daten wurden mit eigenen Erkenntnissen aus ausgewählten Quellkartierungen auf Vollständigkeit überprüft bzw. ergänzt. Angaben zu Quellen in der Hydrologischen Karte des Rheinisch-Westfälischen Steinkohlenbezirks wurden ausgewertet und auch beispielhaft Angaben aus der Geologischen Karte des Geologischen Dienstes NRW berücksichtigt. Da Quellen z.T. redundant in den Daten vorhanden waren, mussten Dopplungen eliminiert und ein sinnvoller Datenbestand erzeugt werden, ohne Informationen aus den einzelnen Datensätzen zu verlieren. Dabei wurden die Daten in Abhängigkeit von ihrer Datenqualität abgestuft eingearbeitet.

Der daraus resultierende Gesamtbestand in der Datenbank umfasst für Westfalen 12.051 Quellen. Aus dem Detailabgleich des recherchierten Datensatzes mit den in den ausgewählten Kartiergebieten ermittelten Quellen kann ein Bestand von 25.000 bis 30.000 Quellen für Westfalen abgeschätzt werden. Die tatsächliche Anzahl der Quellen ist jedoch auch von der Definition abhängig. Auf der einen Seite muss nicht jeder Gewässeranfang, von denen es nach Auswertung des oben genannten ATKIS-Datensatzes in Westfalen allein 6.900 gibt, auch eine Quelle sein; auf der anderen Seite werden häufig temporäre Quellen bei Kartierungen bzw. Bestandsaufnahmen übersehen. Auch die Aktualität der Daten spielt hier eine Rolle. Durch anthropogene Einflüsse, von der Überbauung von Quellen bis hin zur nachteiligen Veränderung des Wasserhaushaltes bzw. der Grundwasserneubildung, kann sich der Quellenbestand über die Zeit deutlich verändern.

Weitere Auswertungen wurden hinsichtlich der Quellenverteilung, Quellenanzahl und Quellendichte, bezogen auf unterschiedliche Kreisgebiete und Grundwasserkörper, durchgeführt. Ausgewählte Quellregionen werden detailliert dargestellt und in ihrer historischen Entwicklung beschrieben.



 

 

Göbel, P. & Meßer, J. (2014): Quellen in Westfalen. – Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Geographische Kommission für Westflane [Hrsg.]: Geographisch-landeskundlicher Atlas von Westfalen, Themenbereich II Landesnatur, Doppelblatt + Begleittext, 17. Lfg.; Münster. – [ISBN 978-3-402-14110-6]