Konzeptionelles hydrogeologisches Modell der Embacher Plaike (Österreich) - der Einfluss von Grundwasser auf rezente Massenbewegungen in inneralpinen quartären Talfüllungen

Katharina Brandner1
1 Karl-Franzens-Universität Graz

P 15.1 in Forum Junge Hydrogeologen

 

Die Embacher Plaike ist eine aktive Massenbewegung, die von der Embacher Hochebene und somit dem Ort Embach bis hinunter zur Salzach reicht. Die davon ausgehenden Gefahren sind durch das Rückschreiten der Abrisskante in Richtung der Ortschaft, sowie durch die mögliche Aufstauung der Salzach gegeben. Bewegungen in der Plaike werden vermutlich durch Wasser induziert. Um Gegenmaßnahmen und die Stabilisierung der Embacher Plaike zu ermöglichen, gilt es, das hydrogeologische System in der Plaike und der darüber liegenden Hochebene rund um Embach zu verstehen.

Geologisch gesehen liegt das Untersuchungsgebiet in der Grauwackenzone (GWZ),  deren Grundgebirge in diesem Bereich aus verschiedenen Phylliten und metamorphen Vulkaniten aufgebaut ist, die hauptsächlich mittelsteil nach NE einfallen. Im Hangenden des Grundgebirges findet man quartäre, fluviatile, leicht schräg geschichtete Schotter und Sande, die Großteils zu Konglomerat verkittet sind und eine Mächtigkeit von bis zu 40m einnehmen können. Lokal werden die Konglomerate von Deltaschottern überlagert, regional haben sich über diesen Seetone abgelagert. Darüber findet man 10-40m mächtige Moränenablagerungen. Das Untersuchungsgebiet befindet sich im Nahbereich der Salzach-Ennstal-Mariazell-Puchberg-Störung (SEMP). Die Tauernnordrandstörung, welche das Tauernfenster und die Grauwackenzone trennt, verläuft südlich der Embacher Plaike auf der Embacher Hochebene.

Im Zuge einer hydrogeologischen Kartierung der Embacher Plaike sowie deren orographischen Einzugsgebiets, welches die Embacher Hochebene einschließt, wurden Quellwässer mit elektrischen Leitfähigkeitswerten zwischen 178 und 1230 µS/cm erhoben. Hydrochemische Untersuchungen lassen darauf schließen, dass diese Unterschiede auf stark unterschiedliche Sulfatgehalte der Wässer zurückgeführt werden können. Die Herkunft des Sulfates soll in weiterer Folge anhand der Schwefelisotopie festgestellt werden.

Mit Hilfe von Abflussmessprofilen, Markierungsversuchen und geophysikalischen Untersuchungen, deren Ausgestaltung auf den Ergebnissen der hydrogeologischen Kartierung und hydrochemischen Untersuchungen aufbaut, werden die Fließsysteme oberhalb und in der Plaike untersucht, um deren Einfluss auf die Massenbewegung beurteilen zu können. Die Ergebnisse der Studie bilden die Grundlage für etwaige Schutzmaßnahmen zur Stabilisierung der Plaike.



DIETRICH Michael: Geologischer Bericht zum aktuellen Zustand der Embacher Plaike, 1988

STINY Josef: Geologisches Gutachten über das Detailprojekt betreffend die Verbauung der Embacher- und Espangplaike, 1911