Genese der Hintertuxer Thermalwässer anhand der H- und O-Isotopenverhältnisse, Tuxertal, Österreich

Rafael Schäffer1, Claus-Dieter Heldmann1, Ingo Sass1
1 Institut für Angewandte Geowissenschaften, FG Angewandte Geothermie, TU Darmstadt

P 1.5 in Hydrogeologie alpiner Räume

 

 

In Hintertux (Tuxertal, Zillertal) befinden sich auf 1500 m ü.A. die höchsten Thermalquellen Mitteleuropas. In unmittelbarer Nähe befindet sich der Tuxbach-Überleitungsstollen, durch den Schmelzwasser des Tuxer Ferners in einen Stausee übergeleitet wird. Dieser Stollen ist knapp 7 km lang, verläuft in einer Höhe von 1810 m bis 1785 m und weist eine maximale Gebirgsüberdeckung von 1.230 m auf. Beim Bau dieses Überleitungsstollens wurden von 1969 bis 1971 am wärmsten Wasserzutritt 18,3 °C gemessen. 2015 betrug die maximale Wassertemperatur 14,6 °C.

Um die Genese des Thermalwassers besser zu verstehen und einen möglichen Zusammenhang zum Wasser im Überleitungsstollen zu prüfen, wurden die H- und O-Isotopenverhältnisse untersucht. Dazu wurde an mehreren Messstellen im Tuxertal zwischen 640 m und 2.560 m Höhe ein halbes Jahr lang der Niederschlag gesammelt. Im gleichen Zeitraum wurden die Hintertuxer Thermalquellen, andere kalte Quellen in der Umgebung und die Wasserzutritte im Überleitungsstollen mehrmals beprobt.   

Die Isotopenverhältnisse sämtlicher Proben befinden sich auf der lokalen Niederschlagsgeraden. Für die Wässer des Überleitungsstollens konnte eine Korrelation zwischen der elektrischen Leitfähigkeit und der Isotopensignatur festgestellt werden.   

Diese Daten stellen die Grundlage für das strukturelle Modell der Thermalwassergenese im Raum Hintertux dar.