Quantifizierungen von Grundwassereintritten in städtische Abwassersysteme mittels stabiler Isotope

J Penckwitt1, R van Geldern1, B Hagspiel2, JAC Barth1
1 GeoZentrum Nordbayern, Universität Erlangen-Nürnberg
2 Stadtentwässerung und Umweltanalytik Nürnberg

P 14.5 in Urbane Hydrogeologie

Das Eindringen von Grundwasser in Abwassersysteme verursacht erhöhte Betriebskosten für Klärwerksbetreiber. Diese Studie stellt eine Erkundung dieser Problematik für das Nürnberger Stadtgebiet vor. Dabei wurden die Unterschiede der stabilen Isotopenzusammensetzung verschiedener Wassertypen untersucht und Massenbilanzen zur Ermittlung von Mischungsverhältnissen angewandt. Die Verteilung von stabilen Isotopenverhältnissen wurde in Proben von Wasserwerken und Hochbehältern, sowie von Abwasserschächten und lokalem Grundwasser untersucht. Die untersuchten Wässer zeigten nur geringe Schwankungsbreiten um einen δ18OH2O-Wert von (-9,5 ± 0,1)‰. Eine Ausnahme hiervon war das Wasser der Fernleitung aus dem 80 km südlich von Nürnberg gelegenen Wasserwerk Genderkingen, welches Trinkwasser aus Uferfiltrat des Lechs im Donaueinzugsgebiet gewinnt. Hier traten δ18OH2O-Werte von -11,4‰ auf. Die Unterschiede von bis zu 1,5‰ zwischen Grund- und Kanalwasser konnten über Massenbilanzen maximal mögliche Einflüsse von bis zu 41% aufdecken. Weiterführende Untersuchungen mit Zugabe von deuteriertem Wasser in das Kanalsystem könnten für den vorgestellten Ansatz verbesserte Ergebnisse liefern.