Geogene Arsen- und Uranbelastung im Grundwasser des Zemmgrundes, NW Tauernfenster, Österreich

Rafael Schäffer1, Konrad Siegfried2, Ingo Sass1
1 Institut für Angewandte Geowissenschaften, FG Angewandte Geothermie, TU Darmstadt
2 Helmholtz Zentrum für Umweltforschung (UFZ), Department Umweltmikrobiologie, Leipzig

P 1.1 in Hydrogeologie alpiner Räume

 

In der österreichischen Trinkwasserverordnung ist für Arsen ein Grenzwert von 10 µg/L und für Uran ein Grenzwert von 15 µg/L festgelegt. In den bislang zur Trinkwasserversorgung genutzten Quellen werden diese Grenzwerte nicht immer eingehalten. Um Alternativen für die Trinkwasserversorgung zu identifizieren, sind in einer flächendeckenden, zweiwöchigen Geländekampagne über 100 Quellen im gesamten Zemmgrund untersucht worden.

Arsenkonzentrationen wurden zu Vergleichszwecken mittels Atomabsorptionsspektroskopie (AAS), Massenspektrometrie (ICP-MS) und einem weiterentwickelten ARSOlux-Messgerät bestimmt. ARSOlux ist ein handlicher Biosensor, der Arsenmessungen im Trinkwasser vor Ort ermöglicht. Die Urankonzentrationen wurden mit ICP-MS gemessen.

Die Arsen- und Urankonzentrationen sind im Zemmgrund lokal variabel und überschreiten teilweise um ein Vielfaches die Grenzwerte. Die kristallinen Gesteine des nordwestlichen Tauernfensters verursachen die verhältnismäßig hohen Konzentrationen in den ansonsten relativ gering mineralisierten Grundwässern. Besonders hohe Konzentrationen wurden in der Umgebung der Olperer Scherzone festgestellt.

Die Studie führte zu einem flächendeckenden Verständnis der geogenen Hintergrundbelastung bei Uran und Arsen, welche für das 225 km² große Einzugsgebiet mit der regionalen Geologie sehr gut verifiziert werden konnte.