Fortbildungen

Die Fortbildungen finden im Vorfeld der Tagung am Mittwoch, 13.4. 2016, auf dem Campus Süd des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) statt (Campus-Lageplan).

1. Tracermethoden in der Hydrogeologie: Grundlagen und Innovationen (ausgebucht) 

Prof. Dr. Nico Goldscheider (KIT), Dr. Nadine Göppert (KIT), Dr. Lou Maurice (British Geological Survey, BGS), Dr. Karsten Osenbrück (Uni Tübingen)

10-17 Uhr, Gebäude 50.41 (Adenauerring 20), Raum 045/46

Markierungs- oder Tracerversuche gehören zu den beweiskräftigsten Methoden in der Hydrogeologie und zählen daher nicht nur in der Forschung, sondern auch und gerade für angewandte Fragestellungen zu den wichtigsten Werkzeugen. Durch Markierungsversuche können unterirdische Verbindungen eindeutig nachgewiesen werden. Darüber hinaus können relevante Strömungs- und Transportparameter, wie Fließgeschwindigkeiten, Verweilzeiten und Dispersion, quantitativ bestimmt werden. Lösliche Fluoreszenztracer sind nach wie vor die wichtigsten Markierungsstoffe. Für spezielle Fragestellungen sind aber auch Partikeltracer interessant, beispielsweise wenn es um den Transport und das Verhalten von pathogenen Mikroorganismen im Grundwasser geht. Oftmals können künstliche Tracer vorteilhaft mit stabilen oder radioaktiven Isotopen als natürliche Tracer kombiniert werden, um zusätzliche Informationen über Mischungsprozesse oder das Spektrum der Verweilzeiten im Aquifer zu erhalten.

Dieser Fortbildungskurs vermittelt Grundlagen und präsentiert Innovationen der hydrogeologischen Markierungstechnik – von der Eingabe über die Analytik und quantitative Auswertung bzw. Modellierung bis hin zu relevanten Anwendungsbeispielen aus der Praxis. Darüber hinaus werden innovative Tracer-Bohrlochmethoden präsentiert (auf Englisch) und die ergänzende Anwendung von stabilen und radioaktiven Isotopen als Umwelttracer und zur Altersdatierung vorgestellt.

 

Teilnehmerzahl:   max.  25
Gebühr: 180,-€ (Doktoranden 150,-€, Studierende 85,-€)

 

2. PFC in Boden und Grundwasser - eine große Herausforderung für den Umweltschutz

Dr. Wolfgang Kohler (LUBW), Dr. Kathrin R. Schmidt (TZW)

10-17 Uhr, Gebäude 50.41 (Adenauerring 20), Raum 145/46

Programm (pdf)

Per- und polyfluorierte Kohlenstoffverbindungen (PFC = per-/polyfluorinated chemicals/ compounds) stellen ein weit verbreitetes Problem in der aquatischen Umwelt dar und gewinnen im Zusammenhang mit schädlichen Bodenveränderungen und Grundwasserkontaminationen zunehmend an Bedeutung. Die Bewertung der Umweltbelastungen wird dadurch erschwert, dass mit dem Überbegriff PFC mehrere hundert Einzelstoffe zusammengefasst werden. Betroffen von PFC-Belastungen ist das Grundwasser als Schutzgut wie auch als Trinkwasserressource. Die Stilllegung von Wasserwerken zeigt die Relevanz dieser Stoffgruppe.

Materialtechnisch gesehen haben die PFC hochinteressante Eigenschaften für viele Anforderungen. Trotz einiger Anwendungsverbote werden PFC nach wie vor für eine Vielzahl von industriellen und häuslichen Zwecken eingesetzt und erlangen somit eine weite Verbreitung in verschiedenen Umweltkompartimenten. Das Anwendungsspektrum reicht von Feuerlöschschäumen über wasserabweisende und atmungsaktive Textilien bis hin zu Beschichtungen in Lebensmittelverpackungen.

Inzwischen belegt eine Vielzahl von Studien die umweltschädliche und gesundheitsgefährdende Wirkung von PFC verstärkt durch ihre hohe Bioakkumulation. Aufgrund ihrer hohen Stabilität sind insbesondere die perfluorierten Verbindungen sehr resistent sowohl gegenüber chemischen als auch gegenüber biologischen Abbauprozessen. PFC gehören demnach zu den sogenannten PBT-Chemikalien: persistent, bioakkumulierbar und toxisch.

Die Veranstaltung soll einen Überblick hinsichtlich dieser neuen Herausforderung im Umweltschutz vermitteln. Nach einer allgemeinen Einführung in die PFC-Thematik werden ReferentInnen aus Forschung, Verwaltung und Praxis verschiedene Themen von der Toxikologie bis hin zu Sanierungsverfahren und Fallbeispielen für Grundwasserkontaminationen beleuchten.

 

Teilnehmerzahl:   max.  25
Gebühr: 180,-€ (Doktoranden 150,-€, Studierende 85,-€)