Hydrogeologische Entwicklung und Dynamik einer jungen Barriereinsel am Beispiel der Ostplate Spiekeroogs

Tobias Holt1, Janek Greskowiak1, Holger Freund2, Gudrun Massmann1
1 Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Institut für Biologie und Umweltwissenschaften, AG Hydrogeologie und Landschaftswasserhaushalt
2 Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Institut für Chemie und Biologie des Meeres, AG Geoökologie

O 15.11 in Forum of Young Hydrogeologists

13.04.2016, 15:30-15:45, Plank Hörsaal, Geb. 40.32

 

Die Barriereinsel Spiekeroog zeichnet sich besonders durch die morphologischen Verände­rungen der sich im Osten der Insel anschließenden Ostplate aus (Syndowski 1973). Diese entwickelte sich innerhalb der vergangenen 80 Jahre von einer flachen, dünen- und vegeta­tionslosen Sandplate zu einem fast vollständig vegetationsbedecktem Gebiet mit einem weit­gehend geschlossen verlaufenden Hauptdünenzug. Ersten Erkundungen zufolge, befinden sich unterhalb der Dünenkomplexe bereits Süßwasservorkommen, deren räumliche Ausdeh­nung jedoch zeitlich stark zu variieren scheint (Röper et al. 2013). Da es derzeit keine zeitlich und räumlich hochaufgelösten Geländeuntersuchungen zu Bildung und Dynamik von Süßwas­serlinsen gibt und morphodynamische Veränderungen von Barriereinseln und deren Auswir­kungen auf unterlagernde Süßwasserreservoire von großer Bedeutung für Küstenökosysteme und die Trinkwasserversorgung der Barriereinseln sind, sollen in diesem Vortrag Methodik und erste Ergebnisse eines Promotionsvorhabens vorgestellt werden, das die geomorphologische Entwicklung und die daran gekoppelten initialen hydrogeologischen Prozesse der Entstehung von Süßwasservorkommen unterhalb einer Barriereinsel chronologisch nachvollzieht. Dabei sind die geomorphologischen Veränderungen im Vorstrandbereich mit Embryonaldünenent­wicklung sowie besonders die Mächtigkeit, Ausdehnung, Alter und Dynamik der Süßwasser­vorkommen von Interesse. Die stark geschützte, vom Menschen weitgehend unbeeinflusste Ostplate bietet für die geplanten Untersuchungen ideale Voraussetzungen, da die sehr dyna­mischen Entwicklungen in einem bekannten Zeitfenster stattfanden. Obwohl die Ostplate keine eigenständige Barriereinsel ist, sind die hydrogeologischen Prozesse identisch mit denen einer sich isoliert bildenden Insel.



 

 

RÖPER, T., GRESKOWIAK, J., FREUND, H., MASSMANN, G. (2013): Freshwater lens formation below juvenile dunes on a barrier island (Spiekeroog, Northwest Germany). Estuarin, Coastal und Shelf Science 121-122, 40-50

SYNDOWSKI, K.-H. (1973): Das ostfriesische Küstengebiet. Insel, Watten und Marschen. Sammlung geologischer Führer. 162 S., Berlin und Stuttgart 



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