Vergleich der Beschaffenheit von Karstwasserproben in der Umgebung der Gallusquelle, Schwäbische Alb

Martin Gitter1, Johannes Zirlewagen1, Ferry Schiperski1, Traugott Scheytt1
1 Institut für Angewandte Geowissenschaften, Fachgebiet Hydrogeologie, Technische Universität Berlin

O 15.3 in Forum of Young Hydrogeologists

13.04.2016, 13:15-13:30, Plank Hörsaal, Geb. 40.32

 

 

In den hier untersuchten ländlichen Einzugsgebieten der Schwäbischen Alb bilden Schichtpakete des oberen Jura charakteristische Hochflächen und weisen zum Teil bedeutende Verkarstung auf. Die Grundwasserleiter besitzen eine hohe Vulnerabilität. Ziel der Untersuchung war lithologische Unterschiede zwischen den Grundwasserleitern und variierende anthropogene Beeinflussungen in den Einzugsgebieten durch die Beschaffenheit des Grundwassers nachzuweisen. Ende Juni 2014 wurden bei Trockenwetterabfluss Grundwasserproben an mehreren Quellen, zwei Brunnen und einer Grundwassermessstelle in der Umgebung der Gallusquelle entnommen. Die Niedrigabflussbedingungen ermöglichen es, Informationen zur Hydrochemie der langsamen Fließkomponente bzw. des langfristigen Karstwasserspeichers zu erhalten. Die Wasserproben wurden auf Kationen und Anionen im Geochemischen Gemeinschaftslabor der TU Berlin analysiert. Die Ionenkonzentrationen und -verhältnisse wurden mit der bekannten Geologie, Hydrogeologie und Landnutzung sowie dem geogenen Hintergrund verglichen.

Die Temperaturen weisen auf unterschiedliche Verweilzeiten der Karstwässer hin. Anhand des Vergleichs der Mg/Ca-Verhältnisse und der Temperatur konnte in einem Einzugsgebiet auf das verstärkte Auftreten von Dolomit geschlossen werden. Die Nitrat-Konzentrationen variieren deutlich und zeigen eine positive Korrelation mit dem Ackerflächenanteil. An mehreren Probennahmestellen weisen erhöhte Natrium- und Chlorid-Konzentrationen auf einen anthropogenen Salzeintrag hin. Die Kalium-Konzentrationen zeigen keine Korrelation mit Nitrat, gleichzeitig nimmt das Kalium-Natrium-Verhältnis mit zunehmenden Chlorid-Gehalten ab. Dies deutet auf unterschiedliche Eintragsquellen hin. Für mehrere Standorte liefern diese Betrachtungen Hinweise auf einen Abwassereintrag, wobei eine Unterscheidung zwischen geklärtem und ungeklärtem Abwasser mittels der angewandten Methoden nicht möglich war. Für das Quelleinzugsgebiet der für die Trinkwasserversorgung genutzten Gallusquelle konnte anhand von zwei Brunnen und der Messstelle ein räumlich variabler anthropogener Eintrag und Veränderungen in der Lithologie des Grundwasserleiters nachvollzogen werden.

 

 



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