Grundwasserversalzung – Neue Methoden zur Bestimmung der Süß/Salzwassergrenze bis 200 m Tiefe

Rainer Herd1, Wlad Schafrik1
1 LS Rohstoff- und Ressourcenwirtschaft, Brandenburgische Technische Universität

O 4.8 in Final repositories and underground disposal sites

15.04.2016, 12:00-12:15, Audimax A, Geb. 30.95

 

Die Versalzung von Grundwasser, insbesondere die Versalzung von zur Gewinnung von Brauch- und Trinkwasser genutzten Aquiferen stellt vielerorts weltweit ein Problem dar. Die Gründe für die Intrusion von salinen Wässern in Süßwasseraquifere sind vielfältig, sowohl natürliche als auch anthropogene Einflüsse kommen bekanntlich in Betracht. Für die Planung und den Betrieb von Trink- und Brauchwassergewinnungsanlagen, Endlagern und Deponien sind Kenntnisse zur Verbreitung von Salzwasservorkommen sowie die Tiefenlage der Salz/Süßwassergrenze wichtig. An der BTU wurde in den letzten Jahren ein Verfahren („ERTEM“) entwickelt, das eine Erkundung/Detektion von Salzwasservorkommen bzw. der Salz/Süßwassergrenze bis in eine Tiefe von 200 m erlaubt. Es handelt sich hierbei um eine Kombination von geoelektrischer Widerstandstomographie mit großen Elektrodenabständen und einer Multifrequenz-Elektromagnetik. Während der Untersuchung übernimmt das geoelektrischen Verfahren die oberflächennahe Erkundung und liefert die Widerstandsverteilung für die Startmodelle der Inversion der elektromagnetischen Daten. Das elektromagnetische Verfahren übernimmt als Induktionsverfahren die Erkundung des größeren Tiefenbereichs. Es hat sich gezeigt, dass auch ohne das Vorhandensein von Stützstellen (Bohrungen) plausible Untergrundmodelle entwickelt werden können. An einem Standort im Süden Brandenburgs wird exemplarisch die Leistungsfähigkeit des Verfahrens vorgestellt sowie die Grenzen der Methode diskutiert.



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